Panorama

Gewaltige Erdrutsche Häuser und Burgteile in Erftstadt eingestürzt

​Die Lage ist dramatisch: Riesige Erdlöcher klaffen in Erftstadt, Häuser sind ganz oder teilweise eingestürzt - sogar ein Teil der historischen Burg gibt unter den Wassermassen nach. Wie viele Menschen bei der Katastrophe ums Leben kommen, ist noch unklar.

In Erftstadt-Blessem südwestlich von Köln führten gewaltige Erdrutsche am heutigen Freitag zu einer dramatischen Lage. Es bildeten sich Krater im Erdreich. Nach jüngstem Stand stürzten drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg ein. "Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht", sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul am Morgen. Im bisher durchforsteten östlichen Teil des Ortes gebe es keine Todesopfer, alle dort lebenden Menschen seien in Sicherheit. "Aber das ist noch nicht die ganze Stadt." Die Lage in Erftstadt sei "wegen der Dynamik" zurzeit "ganz besonders kritisch" und noch sehr unübersichtlich.

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Trümmer eingestürzter Häuser liegen im Ortsteil Blessem.

(Foto: dpa)

Es seien etwa 50 Menschen mit Booten gerettet worden, aber auch wieder Menschen auf eigene Faust in bereits evakuierte Häuser zurückgekehrt, sagte Frank Rock von der CDU zu ntv. Ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises warnte: "Die Rückkehr ist lebensgefährlich." Die Kölner Bezirksregierung sprach am Morgen von "bestätigten" Todesfällen, konnte zu den genauen Umständen aber noch keine Angaben machen, weil aktuell kaum Kommunikation mit dem betroffenen Gebiet möglich sei.

Die Flut sei sehr schnell gekommen, so Rock. Senken hätten binnen zehn Minuten unter Wasser gestanden. Es habe kaum Zeit gegeben, die Menschen zu warnen. "Es ist eine katastrophale Lage, wie wir sie hier noch nie hatten", sagte Rock. Die Bundeswehr rücke mit Transportpanzern an, um bei der Bergung der Eingeschlossenen zu helfen. Eine Sprecherin des Kreises sagte, es seien Menschen in Autos auf überfluteten Straßen eingeschlossen worden. "Straßen sind nicht mehr als solche zu erkennen", berichtete ntv-Reporterin Carolin Unger von vor Ort und sprach von "apokalyptischen" Zuständen.

Teile von A1-Standstreifen in die Erft gestürzt

Von der Bezirksregierung verbreitete Luftbilder zeigen Erdrutsche von gewaltigem Ausmaß. Autos lagen in neu entstandenen riesigen Erdlöchern neben Betonteilen der ehemaligen Kanalisation. Aus den Häusern kämen immer wieder Notrufe, hatte die Bezirksregierung berichtet. Ein Erkundungstrupp des Katastrophenschutzes sei in dem Ort unterwegs. Dazu erschwerte ein Gasaustritt die Rettungsarbeiten. Mehrere Pflegeheime wurden geräumt.

In der Nähe der vom Hochwasser heimgesuchten Ortschaft Erftstadt-Blessem sollen zudem Teile der gesperrten Autobahn 1 in den Fluss Erft gestürzt sein. Dies berichtete ein dpa-Reporter als Augenzeuge. Nach seinen Angaben brachen schätzungsweise mehr als 40 Meter des Standstreifens in mehreren Stücken mit einem Knacken ab und fielen in den Fluss. Auf den Abschnitten hätten sich keine Fahrzeuge befunden. Auch ein Stück Lärmschutzwand sei eingestürzt.

Quelle: ntv.de, hek/dpa

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