Panorama

Mann in Berlin von Zug überrollt Haftbefehl nach U-Bahn-Stoß erlassen

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Das 30-jährige Opfer starb noch im U-Bahnhof.

(Foto: picture alliance/dpa)

In einem Berliner U-Bahnhof wird ein 30-Jähriger vor eine einfahrende U-Bahn gestoßen und getötet. Daraufhin fasst die Polizei einen Verdächtigen, dieser kommt jedoch wieder frei. Nun gibt es eine zweite Festnahme - und einen Haftbefehl.

Nach dem tödlichen Stoß eines Mannes vor eine U-Bahn in Berlin-Kreuzberg ist Haftbefehl wegen Mordes gegen einen 26-Jährigen erlassen worden. Das teilte die Polizei mit. Der Mann war nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft am Samstagabend festgenommen worden. Die Ermittler haben Hinweise auf ein Drogengeschäft als Grund für die Tat. Der Verdächtige sitze inzwischen in Untersuchungshaft. Zu dem Tatvorwurf habe er sich bislang nicht geäußert.

Zuvor war ein anderer als tatverdächtig Gefasster wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Es gebe derzeit keinen dringenden Tatverdacht, hieß es dazu. Bei den Zeugenaussagen hätten sich Widersprüche ergeben. Zudem sei das vorhandene Videomaterial von mäßiger Qualität. Die U-Bahn-Station wird von Kameras überwacht. Darüber hinaus konnte der Mann nach Angaben der Polizei für die Tatzeit ein Alibi vorweisen.

In der Nacht zu Mittwoch war ein 30-jähriger Iraner im U-Bahnhof Kottbusser Tor vor eine U-Bahn gestoßen worden. Er wurde durch die einfahrende Bahn in der unterirdischen Station der U8 so schwer verletzt, dass er noch vor Ort starb. Zuvor soll es auf dem Bahnsteig laut Polizei einen Streit zwischen dem Opfer und einem Begleiter sowie einer größeren Gruppe, zu der der Täter gehörte, gegeben haben.

"Kotti" zählt zu kriminalitätsbelasteten Orten

Auswertung von Videoaufnahmen, umfangreiche Ermittlungen und Hinweise von Zeugen hatten die Ermittler auf die Spur des mittlerweile wieder freigelassenen Verdächtigen geführt, wie es am Samstag in einer Mitteilung der Polizei hieß. Beamte der Polizei Brandenburg hatten den Mann für die Zielfahnder der Polizei Berlin am Freitagabend am Hauptbahnhof Eberswalde festgenommen. Der Mann habe keinen Widerstand geleistet, hieß es.

Die Hintergründe der Auseinandersetzung am Bahnsteig seien nach wie vor Gegenstand der Ermittlungen, hieß es weiter. Sie könnten nach derzeitigen Erkenntnissen im Zusammenhang mit Drogenkriminalität stehen. Auch die Staatsanwaltschaft hatte von sich verdichtenden Hinweisen gesprochen, dass ein Drogengeschäft der Tat zugrunde gelegen haben könnte. Von Seiten der Polizei hieß es, das Opfer habe in Berlin gewohnt und sei der Behörde wegen Drogendelikten bekannt. In dem U-Bahnhof sind regelmäßig Dealer und Süchtige unterwegs. Das Kottbusser Tor, in Berlin auch "Kotti" genannt, zählt für die Polizei zu den sogenannten kriminalitätsbelasteten Orten. Seit Jahrzehnten wird dort Rauschgift verkauft, etwa Heroin.

Quelle: ntv.de, hul/dpa