Panorama

Bürger verhinderten Amoklauf Hamburger Polizei ehrt "Barmbek-Helden"

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Die sieben Helden von Barmbek mit Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer (4.v.r.).

(Foto: dpa)

Durch die Initiative von sieben Stadtbewohnern wird ein Attentäter in Hamburg gestoppt und weiteres Leid vermieden. Für den selbstlosen Einsatz vergibt die Polizei jetzt den Ian-Karan-Preis.

Die Hamburger Polizei hat sieben Bürger für ihr mutiges Eingreifen bei dem tödlichen Messerattentat im Stadtteil Barmbek ausgezeichnet. Sie erhielten für ihre gezeigte Zivilcourage den mit insgesamt 3500 Euro dotierten Ian-Karan-Preis.

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Hamburgs Bewohner gedenken der Opfer des Messerangriffs.

(Foto: dpa)

Der abgelehnte Asylbewerber Ahmad A. hatte am vergangenen Freitag in und vor einem Supermarkt in Hamburg-Barmbek einen Menschen erstochen und mehrere schwer verletzt. Die sieben Männer verfolgten ihn, bewarfen ihn mit Stühlen und anderen Gegenständen und setzten ihn schließlich außer Gefecht. Unmittelbar darauf nahmen ihn Polizisten fest. In den Medien wurde sie danach als "Helden von Barmbek" gefeiert.

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Meyer bezeichnete die Aktion als lebensrettend und unheimlich mutig: "Hier gibt es kein Wenn, und hier gibt es kein Aber: Bei dieser Art des aggressiven Täters, der wie in Rage war, gab es nur diesen einen Weg, ihn zu stoppen."

Nach Angaben der Polzei haben die "Helden" ganz unterschiedliche Nationalitäten. Darunter sind ein Türke, ein Deutscher sowie Männer aus Afghanistan und Tunesien. Der Ian-Karan-Preis ist nach einem früheren Hamburger Senator für Wissenschaft und Arbeit benannt. Dieser stiftete die Auszeichnung.

Bei der Bluttat gehen die Ermittler inzwischen von einem islamistischen Anschlag eines Einzeltäters aus. Demnach radikalisierte sich der zudem als psychisch labil geltende 26-Jährige kurz vor der Tat. Die Bundesanwaltschaft übernahm den Fall. Ihren Angaben nach wollte A. als "Märtyrer" sterben. Hinweise auf Komplizen oder Kontakte zu Terrorgruppen gibt es bisher nicht.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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