Panorama

Schockierende Brutalität Hamelner Opfer erholt sich nur langsam

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Am Tatort in der Hamelner Prinzenstraße ist eine Mahnwache geplant.

(Foto: dpa)

Sie hat Stichverletzungen und zahlreiche Wunden, von den schrecklichen Minuten, in denen ihr früherer Partner sie mit einem Auto über die Straße schleifte. Noch ist vollkommen unklar, ob die Frau aus Hameln das überleben wird.

Nach dem brutalen Verbrechen an einer Frau in Hameln ist der Zustand des Opfers weiterhin kritisch. Sie kann bisher auch noch nicht vernommen werden. Die 28-Jährige schwebe nach wie vor in Lebensgefahr, sagte ein Polizeisprecher. Die Frau wurde nach der Tat notoperiert und wird seitdem in einer Spezialklinik behandelt. Ihr 38 Jahre alter früherer Lebensgefährte steht im Verdacht, die Frau am Sonntag im Streit um den gemeinsamen Sohn zunächst mit Messerstichen verletzt zu haben.

Dann soll er sie mit einem Seil um den Hals ans Auto gebunden und rund 250 Meter weit über die Straße geschleift haben. Der zweijährige Junge saß nach Angaben der Polizei während der Fahrt im Auto. Für den Nachmittag hat die Stadt Hameln am Tatort in der Prinzenstraße zu einer Mahnwache gegen Gewalt aufgerufen. Oberbürgermeister Claudio Griese sagte, kaum ein Verbrechen habe die Menschen in Hameln so erschüttert wie dieses. Er sei über das Ausmaß an Brutalität und Gewalt entsetzt. Die Stadt stehe unter Schock. Nun gehe es darum, innezuhalten und zu zeigen, "dass wir an der Seite des Opfers stehen", sagte der Oberbürgermeister.

Der mutmaßliche Täter befindet sich wegen des Verdachts auf versuchten Mord in Untersuchungshaft. Ein vergleichbares Verbrechen, bei dem jemand einen Menschen "dermaßen brutal" behandelt, sei ihm in seiner jahrzehntelangen Tätigkeit vorher nicht bekannt geworden, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge.

Volle Härte des Gesetzes?

Die Deutsche Polizeigewerkschaft kritisierte, dass die Justiz den 38-Jährigen in seiner langen Gewaltkarriere zu milde behandelt habe. Der Mann sei immer wieder mit Straftaten aufgefallen, aber dennoch nicht im Gefängnis gewesen, erklärte der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, der "Passauer Neuen Presse". "Es wird sich ein Richter finden, der ihm auch jetzt wieder eine positive Sozialprognose geben wird", kritisierte Wendt.

Er sprach sich dafür aus, die Ausbildung und Berufung von Richtern zu überprüfen."Die volle Härte des Gesetzes heißt heute oft, wir stellen von Straftätern die Personalien fest, und Richter lassen sie wieder frei", sagte Wendt.

Quelle: ntv.de