Panorama

Suche für heute beendet Hatte Rebecca einen Internet-Freund?

Vor mehr als drei Wochen verschwindet Rebecca aus dem Haus ihres Schwagers. Seit Tagen durchkämmen Polizisten ein Waldstück bei Berlin – bislang ohne Erfolg. Nun spricht die Mutter der 15-Jährigen über eine mögliche Internet-Bekanntschaft.

Mehr als drei Wochen nach dem Verschwinden der 15-jährigen Rebecca spricht ihre Mutter über eine Internetbekanntschaft ihrer Tochter. "Es gab da wohl tatsächlich jemanden. Einen Max oder Maxi", sagte sie der "Bunten". Rebecca habe ihr im Januar von ihm erzählt. Unterdessen suchte die Polizei nahe Berlin in einem Waldstück weiter nach dem Mädchen.

Die Mutter sagte der Zeitschrift weiter, ihre Tochter habe ihr auch anvertraut, dass dieser Mann sie besuchen wolle. "Ich sagte ihr, dass sie ihn auf keinen Fall allein treffen dürfe – nur in Begleitung." Daraufhin habe Rebecca ihr versprochen, jemanden zum Treffen mitzunehmen. Als dann die Mutter erfahren habe, dass eine Decke zusammen mit ihrer Tochter verschwunden war, sei ihr erste Gedanke gewesen: "Vielleicht hat sie diesen Jungen getroffen und die Decke mitgenommen, um sich draufzusetzen." Ob die Mutter auch der Polizei von ihrem Verdacht berichtete, ist unklar. Man werde Einzelheiten, die die Angehörigen in Medien äußern, nicht kommentieren, sagte ein Polizeisprecher.

Fünfter Tag der Suche im Wald

Derweil setzten Mitglieder der Mordkommission sowie das Technische Hilfswerk (THW) ihre Untersuchungen in einem Wald nahe dem Brandenburger Ort Rieplos 50 Kilometer südöstlich von Berlin fort, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Diesmal wurde der Einsatz noch vor Einbruch der Dunkelheit am späten Nachmittag eingestellt. Wie es weitergehe, sei noch nicht entschieden, hieß es. Auch zu Ergebnissen der Aktion hielt sich die Polizei bedeckt: "Die Auswertung dauert an."

Seit Donnerstag vergangener Woche war dies der fünfte Tag, an dem die Ermittler die Gegend um Storkow durchsuchen. Dabei kamen bereits Spürhunde, Kriminaltechniker und Hubschrauber zum Einsatz. Auch heute sind Mitglieder der Mordkommission und das THW mit "Spezialgerät" vor Ort. "Alles Weitere wird sich zeigen, je nachdem, was sich vor Ort ergibt."

Rebecca war am 18. Februar zuletzt im Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers. Die Polizei geht davon aus, dass das Mädchen das Haus nicht lebend verließ, sondern getötet wurde. Als Hauptverdächtiger gilt der Schwager des Mädchens. Dieser sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Seine Anwältin legte nach RTL-Informationen Haftbeschwerde ein. Ein Berliner Schwurgericht muss nun eintscheiden, ob der Verdächtige aus der Haft entlassen wird.

Suche nach Leiche hat "oberste Priorität"

Die Familie hält nach wie vor an der Unschuld des Schwagers fest. Außerdem haben Rebeccas Eltern die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ihre Tochter am Leben sein könnte. "Die Leute sollen in Kellern und Lauben gucken, sie wird irgendwo festgehalten", sagte die Mutter der "Bild"-Zeitung.

Aber: "Nichts deutet darauf hin, dass Rebecca noch am Leben ist", sagte Martin Steltner, der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, der "Welt am Sonntag". Die Suche nach der Leiche von Rebecca hat nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft nun "oberste Priorität". Es gebe eine Menge Anhaltspunkte, teilte die Behörde mit, doch Details könne man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitteilen.

Quelle: n-tv.de, hny/dpa