Panorama

Dosen liegen in Impfzentren rum Hausärzte fordern mehr Impfstoff für Praxen

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Die Hausärzte können nach eigenen Angaben etwa eine Million Dosen am Tag verimpfen.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Seit die Hausärzte mitimpfen, kommt die Impfkampagne in Deutschland deutlich schneller voran. In kurzer Zeit verbrauchen sie den gesamten Vorrat, während in den Impfzentren Hunderttausende Dosen herumliegen. Deshalb fordert die Kassenärztliche Vereinigung mehr Nachschub. Die Länder sind dagegen.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) fordern eine stärkere Einbindung von Hausarztpraxen in die Impfkampagne gegen das Coronavirus. Die Praxen hätten in der kurzen Zeit, in der sie gegen Corona impften, mehr als 95 Prozent des gelieferten Impfstoffs verbraucht, berichtet die "Welt" unter Berufung auf den Chef des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI), Dominik von Stillfried. In den Impfzentren seien es nur 70 Prozent, wobei dort zum Teil auch Vorräte für Zweitimpfungen vorgehalten würden.

Dort sammeln sich dem Bericht zufolge bereits mehr als 3,5 Millionen unverimpfte Dosen. "Das bremst den Impffortschritt", kritisierte Stillfried. Um schnell mehr Menschen impfen zu können, sei es sinnvoll, zunächst nur noch die Arztpraxen mit Impfstoffen zu versorgen und die Impfzentren erst dann, wenn dort die Lagerbestände unverimpfter Dosen aufgebraucht seien.

Rund 55.000 Arztpraxen könnten laut Stillfried derzeit in Deutschland gegen Corona impfen und gemeinsam etwa eine Million Dosen am Tag verabreichen. "Wenn die Impfzentren weiterhin nicht alle ihnen zugeteilten 2,25 Millionen Dosen pro Woche verimpfen, sollten sie zugunsten des Impfens in Praxen aufgelöst werden", fordert der ZI-Chef.

Länder lehnen ab

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Der Vorstoß stößt jedoch dem Bericht zufolge in vielen Bundesländern auf Widerspruch. Die Senatsverwaltung für Gesundheit in Bremen teilte demnach mit, dass die Impfzentren "in Umfang und Geschwindigkeit" den Hausärzten nicht unterlegen seien. Auch Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Schleswig-Holstein, Sachsen und das Land Berlin wollen laut der Zeitung daran festhalten, die Bevölkerung sowohl in Impfzentren als auch in Arztpraxen zu immunisieren.

Das Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg erteilt einer baldigen Schließung von Impfzentren eine Absage, deutet aber eine mögliche Anpassung in Zukunft an. "Mittelfristig sollen die Impfungen tatsächlich komplett in den niedergelassenen Praxen durchgeführt werden, denn da gehören sie sinnvollerweise hin", sagt eine Sprecherin. Zunächst würden aber die Kapazitäten von Praxen und Impfzentren gebraucht.

Quelle: ntv.de, chr/AFP

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