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Die sogennente Überlebendensuche nach Haub in den Schweizer Alpen wurde auf eine Bergungssuche umgestellt.
Die sogennente Überlebendensuche nach Haub in den Schweizer Alpen wurde auf eine Bergungssuche umgestellt.(Foto: AP)
Samstag, 14. April 2018

Suche nach Tengelmann-Chef: Helfer hoffen auf Zufallsfund

Alle Möglichkeiten sind ausgeschöpft: So bewertet die Polizei die Lage eine Woche nach dem Verschwinden von Tengelmann-Chef Haub in den Alpen. Bei der Suche hoffen die Helfer nun auf einen zielführenden Hinweis. Dass Haub noch lebt, glauben sie nicht mehr.

Bei der weiteren Suche nach dem mit hoher Wahrscheinlichkeit verunglückten Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub setzen die Einsatzkräfte in den Schweizer Alpen jetzt vor allem auf einen Zufallsfund. "Wenn zum Beispiel ein Bergführer etwas entdecken würde, würde sofort wieder ausgerückt werden", sagte ein Sprecher der Kantonspolizei Wallis.

Derzeit seien jedoch alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Eine gezielte Suche sei eventuell sogar erst nach der Schneeschmelze möglich. Haubs Familie hatte am Freitag mitgeteilt, sie habe die Hoffnung aufgegeben, den vermissten Milliardär noch lebend zu finden. Nach mehr als sieben Tagen "in den extremklimatischen Bedingungen eines Gletschergebietes" bestehe keine Überlebenswahrscheinlichkeit mehr, hieß es in einer Tengelmann-Erklärung im Namen der Familie. Christian Haub, der zusammen mit seinem vermissten Bruder das Unternehmen führt, schrieb in einem Brief an die Mitarbeiter: "Auch sechs Tage nach seinem Verschwinden gibt es keine belastbaren Hinweise darauf, was meinem Bruder zugestoßen ist oder wo er zu finden sein könnte."

Die sogenannte Überlebendensuche wurde inzwischen auf eine Bergungssuche umgestellt. Dabei gehen die Helfer unter anderem nicht mehr allzu hohe Risiken ein. Schon am Vortag hatte der Polizeisprecher zu der Umstellung gesagt: "Jetzt ist der Zeitdruck weg." Auch Hubschrauber würden nur noch vereinzelt eingesetzt.

Haub war am vergangenen Samstagmorgen allein zu einer Skitour am Klein Matterhorn aufgebrochen und am Nachmittag nicht wie verabredet ins Hotel in Zermatt zurückgekehrt. In der Region gibt es Tausende Gletscherspalten, die teilweise mehrere hundert Meter tief sind. Bereits vier Tage nach Haubs Verschwinden hatte der leitende Rettungsarzt kaum noch Überlebenschancen für den 58-Jährigen gesehen. Zu dem Familienimperium gehören die Baumarktkette Obi und Deutschlands größter Textil-Discounter Kik.

Quelle: n-tv.de