Panorama

Studie offenbart Rassismus Herkunft beeinflusst die Wohnungssuche

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Deutsche Namen werden bei der Wohnungssuche häufig bevorzugt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Wohnungsmarkt ist besonders in Großstädten hart umkämpft. Eine aktuelle Studie hat untersucht, inwieweit ein Migrationshintergrund Einfluss auf die Wohnungssuche hat. Das Ergebnis ist eindeutig.

Eine aktuelle Studie hat herausgefunden, dass Migranten bei der Wohnungssuche deutlich mehr Schwierigkeiten haben als Deutsche. Die Bremer Sprachwissenschaftlerin Inke Du Bois hatte sich in ihrer Studie "Sprachliche Diskriminierung quer durch Stadtteile" mit Vorurteilen beschäftigt, die durch das Hören von Namen und Akzenten ausgelöst werden.

Die Studie wurde in vier Bremer Stadtteilen durchgeführt. Die Studentinnen der Universität Bremen baten in rund 300 Telefonaten bei Maklern und Vermietern um einen Besichtigungstermin. Das Besondere: Sie taten dies jeweils auf drei verschiedene Arten. Die Probandinnen verwendeten eine türkische, US-amerikanische oder hochdeutsche Aussprache. Auch die Namen wurden jeweils angepasst.

Die Studentinnen, die einen türkischen Akzent verwendeten, stellten sich mit Ayse Gülbeyaz vor. Die Deutsche gab den Namen Lena Meyer an, die US-Amerikanerin Alice McGraw. Für einen repräsentativen Vergleich wurden zudem bestimmte Regeln für die Gesprächsführung sowie ein identischer Lebenslauf bestimmt.

Vorurteile gegenüber Migranten

Die Studie zeigt, dass Wohnungen, die für deutsche Anruferinnen noch zur Verfügung standen, für die Türkinnen häufig als "bereits vermittelt" erklärt wurden. Nach Auswertung der Studie ließ sich ein deutlicher Unterschied in den verschiedenen Stadtteilen erkennen. "Es scheint, als hätten die Menschen, die in einem bestimmten Stadtteil leben, ähnliche Werte in Bezug auf Offenheit und Multikulti", erklärt Du Bois. "In Bremen-Schwachhausen liegt die Migrationsdichte bei etwa acht Prozent. Es war auch der Stadtteil in Bremen, der stark diskriminiert hat."

Dies spiegelt auch das Forschungsergebnis wider. Nur 23,5 Prozent der Türkinnen erhielten in diesem Stadtteil einen Besichtigungstermin, während die Erfolgsquote der Deutschen bei 94,7 Prozent lag. Nur im Stadtteil Tenever wurden nahezu keine Unterschiede in Bezug auf die Nationalität gemacht.

Quelle: ntv.de, lkl