Panorama

"Stress-Wochenende" für Polizei Hier wird trotz Corona illegal gefeiert

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Der Gärtnerplatz in München ist ein beliebter Treffpunkt. An Gründonnerstag tummelten sich hier bis zu 400 Menschen, bis die Polizei die Versammlung auflöste.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Infektionszahlen sind in Deutschland nach wie vor hoch. Über die Feiertage gelten in vielen Bundesländern und Kommunen verschärfte Corona-Beschränkungen. Doch das hält Menschen deutschlandweit nicht davon ab, in großen Runden zu feiern. Die Polizei muss in der Nacht zum Karfreitag vielerorts einschreiten. Die Gewerkschaft der Polizei hatte bereits vor den Ostertagen mit einem "Stress-Wochenende" gerechnet. Und tatsächlich: In manchen Parks kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Feiernden und den Beamten. Nicht nur hierzulande treiben es Feierwütige viel zu bunt.

In Berlin eskalierte eine Corona-Kontrolle in Berlin. Einsatzkräfte der Polizei sind am Donnerstagabend in Berlin-Kreuzberg aus einer größeren Menschengruppe heraus angegriffen worden. Die Beamten wollten im und am Park am Gleisdreieck die Infektionsschutzmaßnahmen durchsetzen. Dort wurde ein Feuerlöscher in ihre Richtung entleert. Auch Steine sollen nach rbb-Informationen geflogen sein. Demnach handelte es sich bei den Angreifern um Jugendliche, der jüngste soll erst 14 Jahre alt gewesen sein. Ab dem heutigen Freitag gelten in Berlin neue Kontaktbeschränkungen. Menschen dürfen sich nachts zwischen 21 und 5 Uhr nur noch alleine oder zu zweit im Freien aufhalten. Diese Regelung galt zum Zeitpunkt der Attacke noch nicht, wohl aber die allgemeinen Abstands-Regelungen.

Hunderte Menschen haben auf dem Gärtnerplatz in München lautstark gefeiert, ehe die Polizei das so gar nicht Corona-konforme Treiben auflöste. Rund 400 Menschen mit Klapptischen, Alkohol und lauter Musik, allerdings zumeist ohne Mindestabstände, seien auf dem Platz in der Innenstadt gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei am Freitag. Mehrere Anwohner klagten über Ruhestörung bei der Behörde. Rund 30 Beamte räumten schließlich gegen 22.00 Uhr das Gelände, unter anderem mit Lautsprecherdurchsagen.

In Frankfurt am Main wurde am vergangenen Abend ebenfalls feuchtfröhlich gefeiert. Hunderte junge Leute haben sich laut der "Bild"-Zeitung im Hafenpark an der Europäischen Zentralbank versammelt, viele von ihnen trugen keine Maske. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, nahm Personalien auf. Aktuell liegen noch keine Zahlen zu den Verstößen vor. In Frankfurt gibt es aktuell keine Ausgangssperren. Aber es gelten die allgemeinen Corona-Regelungen bezüglich Abstands- und Maskenpflicht.

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Immer mehr Menschen schließen sich am Donnerstag Abend dem unerlaubten Marsch durch St. Pauli an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wegen eines unerlaubten Protestzuges mussten die Beamten auch in Hamburg am Donnerstagabend ausrücken. Die Teilnehmer einer Kundgebung gegen die nächtliche Ausgangsbeschränkung sind trotz eines Verbotes mit Transparenten durch die Stadtteile St. Pauli und Altona gezogen - und schließlich von der Polizei zerstreut worden. Laut einem Polizeisprecher war zwar eine Kundgebung mit 50 Teilnehmern auf St. Pauli angemeldet und zugelassen worden. Im Laufe des Abends hätten sich aber deutlich mehr, überwiegend junge Menschen am Demonstrationsort versammelt und später dem nicht erlaubten Marsch angeschlossen. Mit der nächtlichen Ausgangsbeschränkung hatte der rot-grüne Senat am Mittwoch eine scharfe Einschränkung der persönlichen Freiheiten beschlossen, um die rasante Zunahme der Corona-Infektionszahlen in der Stadt abzubremsen.

In einem Brüsseler Park haben sich Polizisten heftige Auseinandersetzungen mit Tausenden Menschen geliefert, die sich dort trotz Verbots zu einer als Aprilscherz deklarierten Party eingefunden hatten. Als Vertreter der berittenen Polizei und weitere Einheiten in dem am südlichen Stadtrand gelegenen Park eintrafen, wurden sie mit Wurfgeschossen aus der Menge empfangen, wie Reporter vor Ort berichteten. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein und nahm mehrere Teilnehmer fest. Medienberichten zufolge wurden bei dem Einsatz mehrere der Feiernden sowie mindestens ein Polizist verletzt. In Belgien gelten seit vergangenem Samstag wieder strikte Corona-Beschränkungen. Unter anderem sind Treffen von mehr als vier Erwachsenen im Freien untersagt.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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