Panorama

Corona-Quarantäne in Göttingen Hochhausbewohner aus Isolation entlassen

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Mit einem Zaun war der betroffene Wohnkomplex abgesperrt worden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nur vier positive Ergebnisse bei 600 Zweittests: Der Corona-Ausbruch in einem Göttinger Wohnkomplex scheint unter Kontrolle. Die einwöchige Quarantäne endet damit für Hunderte Bewohner. Einlasskontrollen und eine kostenlose Versorgung mit Lebensmitteln soll es aber vorerst weiterhin geben.

Im niedersächsischen Göttingen ist die Corona-Quarantäne für einen größeren Hochhauskomplex mit rund 700 Bewohnern nach einer Woche beendet worden. Die Isolation der betroffenen Anlage sei um Mitternacht planmäßig ausgelaufen, teilte die Stadt mit. Der Zaun werde auf einer Seite derzeit abgebaut. An einer anderen Straße bleibt der Zaun allerdings noch stehen - dort finden Ein- und Auslasskontrollen statt, um sicherzustellen, dass einzelne Bewohner, für die noch eine Quarantäne-Pflicht gilt, das Gelände nicht verlassen. Ab sofort gelten nur noch individuelle Quarantänen für Infizierte und Kontaktpersonen sowie ergänzende Maßnahmen wie Maskenpflicht.

Ziel der Quarantäne war, den Infektionsausbruch mit rund 120 nachgewiesenen Ansteckungen zu begrenzen. Die Maßnahmen hätten Wirkung gezeigt, sagte die Leiterin des Göttinger Krisenstabs, Petra Broistedt. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hatte das Krisenmanagement der Stadt gelobt. Insgesamt waren der Stadt zufolge 600 Zweittests durchgeführt worden. Nur vier weitere Menschen hatten demnach ein positives Testergebnis. Dabei habe es sich um Kontaktpersonen von Infizierten im familiären Umfeld gehandelt.

Die Stadtverwaltung übernahm nach eigenen Angaben die Versorgung der Bewohner mit kostenlosen Mahlzeiten und Lebensmitteln. Zudem wurde ein medizinisches Behandlungszentrum errichtet. Diese Maßnahmen laufen vorerst weiter. Die Behörden baten auch um Spenden für die Bewohner.

Nach Angaben der Stadt leben die Menschen unter prekären Verhältnissen, die Wohnungen sind nur 19 bis 39 Quadratmeter groß - teils sind dort Familien mit vier Kindern untergebracht. Der Wohnkomplex war angesichts der vielen Infektionen am 18. Juni unter Quarantäne gestellt worden. Zuvor war es bereits in einem anderen Hochhaus in Göttingen, dem Iduna-Komplex, zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa/AFP