Panorama

Brenzlige Lage in den Alpen Hochwasser erreicht seinen Höhepunkt

Starkregen und Gewitter: Tief "Axel" sorgt weiter für Chaos in Deutschland. Vielerorts werden Straßen und Schienen überschwemmt. Immerhin sind die Aussichten tröstlich.

Heftiger Regen und schwere Gewitter haben vor allem im Süden und der Mitte Deutschlands Straßen und Keller überflutet. Im Allgäu löste Wangen - eine Stadt im südöstlichsten Zipfel von Baden-Württemberg - Hochwasseralarm aus. Besonders betroffen von Tief "Axel" und dem Unwetter waren auch der Nordschwarzwald sowie Nordhessen, etwa der Osten von Kassel. Mancherorts stand das Wasser knietief auf den Straßen.

"Langsam erreichen wir den Höhepunkt der Hochwasserlage im Süden", so n-tv Meteorologe Björn Alexander. "Speziell in Schwaben bleibt die Lage extrem kritisch und angespannt - an den Flüssen Iller und Argen sprechen wir von einem mehr als zehnjährigen Ereignis mit der Meldestufe drei."

Vor allem in Alpennähe kann es weiter zu extremen Niederschlägenkommen  - dort kommt auch die Schneeschmelze hinzu. "Bislang gab es an den Alpen stellenweise bereits mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter" sagt Alexander. "Südlich von München an der Station Kochel-Einsiedel/Kochel am See waren es innerhalb von nur 24 Stunden etwa 115 Liter pro Quadratmeter." Aber auch abseits der süddeutschen Regenzentren regnete es sehr ergiebig - beispielsweise um die 70 Liter im thüringischen Ruhla. "Auch im östlichen NRW kann man zum Teil gerne mal von 60 bis 90 Litern pro Quadratmeter ausgehen", so Alexander. 

Durch den heftigen Regen war in einigen Regionen Deutschlands der Bahnverkehr beeinträchtigt. Im Theater Naumburg in Sachsen-Anhalt drangen zudem Wasser und Schlamm in Foyer sowie Keller ein. In einem Kreißsaal im niedersächsischen Helmstedt stürzte nach heftigem Regen die Decke ein. Der Saal und die Intensivstation des Krankenhauses wurden geräumt. Ursache für den Deckeneinsturz war nach ersten Erkenntnissen, dass sich auf dem Dach des Klinikums wegen eines verstopften Fallrohrs Regenwasser gestaut hatte. In Baden-Württemberg gilt eine Unwetterwarnung für den Großteil des Landes noch bis Mittwochmorgen.

In den kommenden Tagen soll sich das Wetter dann wieder beruhigen. Am Mittwoch zieht der Regen ostwärts ab, dahinter setzt sich laut Alexander häufiger die Sonne durch. "Dazu gibt es Tageshöchstwerte zwischen 13 und 21 Grad am Mittwoch und 16 bis 22 Grad am Donnerstag", sagt der Meteorologe. "Am Freitag wird es mit 17 bis 23 Grad zwar wieder wärmer, jedoch lassen auch die nächsten Schauer nicht allzu lange auf sich warten."

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

Mehr zum Thema