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Auf dieser Wiese in Osnabrück soll ein Hund das Neugeborene attackiert haben - diese Geschichte stimmt nicht, sagt die Staatsanwaltschaft.
Auf dieser Wiese in Osnabrück soll ein Hund das Neugeborene attackiert haben - diese Geschichte stimmt nicht, sagt die Staatsanwaltschaft.(Foto: picture alliance / Philipp Hülsm)
Donnerstag, 17. Mai 2018

Haftbefehl gegen Vater: Hundeattacke auf Baby ist wohl "erlogen"

Der Säugling wird mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Seine Eltern behaupten, ein fremder Hund hätte das Neugeborene attackiert. Erste Ermittlungen führen jedoch zu einem ganz anderen, weitaus erschreckenderem Ergebnis.

Der eigene Vater - und nicht wie zunächst behauptet ein Hund - soll einen Säugling in Osnabrück lebensgefährlich verletzt haben. Gegen den 24-Jährigen wurde Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. "Die ganze Hundegeschichte ist erlogen", sagte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer. "Wir können ausschließen, dass das Kind durch Hundebisse verletzt wurde."

Der Säugling sei geschlagen worden, offene Wunden gab es nicht. "Das Kind habe geschrien, da habe er es ruhig stellen wollen, sagte der Vater in der polizeilichen Vernehmung aus", so Retemeyer weiter. Die Tat sei vermutlich in der Wohnung der Eltern geschehen. Über die Rolle der Mutter bei dem Vorfall vom Dienstag sei noch nichts bekannt.

Nach der ursprünglichen Darstellung der Eltern sollte der angebliche Hundeangriff am Dienstagabend auf einer Wiese erfolgt sein. Das Baby habe dort auf einer Decke auf einer Wiese gelegen. Ein fremder Hund sei dazu gekommen und habe plötzlich das Kind gebissen und sei weggelaufen, sagten die Eltern laut Polizei. Wem der Hund gehörte, hätten sie nicht sehen können. Der Säugling kam am Dienstagabend mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus, die Polizei suchte anschließend nach Zeugen.

"Rechtsmedizinische Untersuchungen haben ergeben, dass die schweren Verletzungen nicht von einem Hundebiss herrühren", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Osnabrück schließlich am Donnerstagvormittag in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. "Das Kind wurde lebensgefährlich verletzt, sein Zustand ist aber weiterhin stabil", hieß es zum Gesundheitszustand des Opfers weiter.

Der Säugling war laut Staatsanwalt Retemeyer erst einige Tage alt und die Eltern konnten ihn am Dienstag aus der Klinik nach Hause nehmen. "Das Kind ist nur vier Stunden in der Obhut der Eltern gewesen."

Quelle: n-tv.de