Panorama

Viele Millionen Euro Schaden Hunderte Beamte zerschlagen Bau-Netzwerk

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Schwarz geleistete Arbeitsstunden erhielten die Bauarbeiter "konspirativ in Briefumschlägen bar vergütet".

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit der Unterstützung von Spürhunden heben mehrere Hundert Beamte in Deutschland ein illegales Netzwerk von Bau- und Scheinfirmen aus. Die Haupttäter sollen unter anderem betrogen und Steuern hinterzogen haben. Die organisierten Strukturen reichen dabei in viele Winkel der Bundesrepublik.

Mehr als 600 Einsatzkräfte von Zoll und Steuerfahndung sind gegen organisierte Schwarzarbeit am Bau vorgegangen. Bei der Aktion mit Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet seien ein illegales Netzwerk von Bau- und Scheinfirmen zerschlagen und drei Hauptbeschuldigte festgenommen worden, teilten die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das Hauptzollamt Gießen mit. Bei dem Einsatz seien Wohnungen, Geschäftsräume und Arbeiterunterkünfte in mehreren Bundesländern durchsucht worden. Betroffen waren Scheinfirmen und Nachunternehmer in Hamburg, Hessen und Berlin.

Der Einsatz der Schwarzarbeits-Sonderkommission Rhein-Main des Hauptzollamtes Gießen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt habe sich gegen 48 Beschuldigte gerichtet. Ihnen werde das Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen, Betrug und Steuerhinterziehung oder Beihilfe dazu vorgeworfen. Damit hätten sie einen Gesamtschaden von geschätzt fast 30 Millionen Euro verursacht. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand demnach eine Baufirma aus dem Kreis Groß-Gerau. Sie soll über Jahre hinweg Arbeitsstunden von Bauarbeitern den zuständigen Einzugsstellen nur anteilig mitgeteilt haben. Darüber hinaus schwarz geleistete Stunden erhielten die Arbeiter "konspirativ in Briefumschlägen bar vergütet".

Mit Scheinrechnungen für nie erbrachte Leistungen, erstellt von "Servicefirmen", generierten die mutmaßlichen Täter und ihre Helfer Bargeld und versuchten die Taten zu verschleiern, so die Justiz. Drei Männer im Alter von 28, 38 und 49 Jahren seien vorläufig festgenommen worden, darunter der 49-jährige Geschäftsführer der Baufirma. Er gelte als mutmaßlicher Haupttäter und Drahtzieher.

Bei den Durchsuchungen, bei denen auch Datenträger-Spürhunde und Bargeldspürhunde eingesetzt wurden, stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher und sicherten Vermögenswerte. Der Zoll habe Konten und offene Forderungen für erbrachte Leistungen gepfändet, so die Staatsanwaltschaft. Das Amtsgericht Frankfurt habe Vermögensarreste von fast 30 Millionen Euro erlassen.

Quelle: ntv.de, jru/dpa

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