Panorama

Bluttat in Freiburg Hussein K. gesteht Mord an Studentin

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Identität und Alter von Hussein K. sind noch immer unklar.

(Foto: dpa)

Er lebe wie in der Hölle und es tue ihm leid, sagt Hussein K. im Prozess um den Mord an einer Studentin in Freiburg aus. Der mutmaßliche Afghane legt ein Geständnis ab und schildert Tatdetails.

Im Prozess um den Sexualmord an einer 19 Jahre alten Studentin in Freiburg hat der Angeklagte gestanden, die junge Frau missbraucht, gewürgt und bewusstlos ins Wasser gelegt zu haben. Sie sei ihm zufällig begegnet, als er betrunken und bekifft am Flussufer der Dreisam entlang gegangen sei.

Er habe die 19-Jährige vom Fahrrad gestoßen, ihr den Mund zugehalten und schließlich mit seinem Schal gewürgt, sagte Hussein K. Dann habe er bemerkt, dass sie ein hübsches Mädchen sei. "Es ist in meinen Kopf gegangen: Komm', mach' mal mit ihr Sex." Nach mehreren vergeblichen Versuchen, sie zu vergewaltigen, habe er sie mit der Hand missbraucht.

Der Angeklagte schilderte, wie er in den Stunden vor dem Mord an Maria L. gemeinsam mit Freunden zwei Flaschen Wodka und später alleine Bier und Wein getrunken habe. Er habe mehrere Joints geraucht. Nach einem Bar- und einem Discobesuch am späten Abend sei er schließlich mit der Straßenbahn in die Nähe des späteren Tatorts gefahren. Er stahl ein Fahrrad, stürzte und schob das Rad. Weil er sich bei dem Sturz verletzt hatte, habe er sein Opfer schließlich in den Fluss gezerrt, um sein Blut von ihrem Körper zu waschen. Danach sei er geflohen. Viele Details seines Geständnisses blieben widersprüchlich. Der Angeklagte berief sich mehrfach auf Erinnerungslücken.

"Aus tiefstem Herzen traurig"

Hussein K. hatte sich außerdem bei den Angehörigen des Opfers entschuldigt. "Das, was ich getan habe, darüber bin ich aus tiefstem Herzen traurig", sagte er vor dem Landgericht Freiburg. "Ich verstehe, dass es für die Familie sehr schwer ist", sagte er in der nach Worten seines Anwaltes selbst verfassten Erklärung, die von einem Dolmetscher übersetzt wurde. Die Familie der jungen Frau nimmt nicht am Prozess teil.

Nach dem Tod des Opfers habe er täglich Qualen erlitten, sagte der Angeklagte. Er lebe momentan wie in der Hölle. Am Tag der Tat habe er Alkohol getrunken und Haschisch geraucht. Es sei ihm nicht gut gegangen. "Ich bete jeden Tag für sie. Mehr kann ich nicht tun", sagte der Angeklagte.

Da Alter und Identität des Angeklagten nach wie vor unklar sind, wird vor der Jugendkammer des Gerichts verhandelt. Für den Prozess sind 16 Tage angesetzt. Gehört werden sollen 45 Zeugen sowie zehn Sachverständige. Ein Urteil wird für Dezember erwartet.

Hussein K. war nach Angaben deutscher Behörden im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland gekommen. Wegen einer Gewalttat an einer jungen Frau 2013 war er in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, im Oktober 2015 aber vorzeitig gegen Auflagen entlassen worden und kurze Zeit später untergetaucht. Er stammt mutmaßlich aus Afghanistan.

Quelle: ntv.de, lsc/dpa

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