Panorama

Angreifer verletzte vier Männer ICE-Täter wohl nicht schuldfähig

Der 27-jährige Angreifer aus dem ICE in Bayern, der mehrere Menschen mit einem Messer verletzte, leidet an einer psychischen Störung. Damit war er wohl zur Tatzeit nicht schuldfähig. Er wurde in die Psychiatrie überstellt. Die Polizei korrigiert die Anzahl der Verletzten indes nach oben.

Der mutmaßliche Täter des Messerangriffs in einem ICE in Bayern ist vermutlich psychisch erkrankt. Die Motivlage des Mannes sei "nach wie vor unklar" und Gegenstand "unserer intensiven Ermittlungen", sagte der Präsident des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Norbert Zink, in Neumarkt. "Erste Facheinschätzungen" deuteten aber auf eine "psychische Beeinträchtigung" des 27-Jährigen hin. Er soll an einer paranoiden Schizophrenie leiden. Es habe keinen Streit oder eine Auseinandersetzung vor der Tat gegeben. Der Mann wurde inzwischen in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann zum Tatzeitpunkt wohl nicht schuldfähig war.

Der Mann soll am Samstagmorgen in dem ICE 928 Mitreisende wahllos mit einem Messer angegriffen haben. Er startete seine Angriffe im fünften Wagen des Zuges und hätte diese im vierten fortgesetzt. Nachdem am Samstag von drei Schwerverletzten die Rede gewesen war, sprach die Polizei auf der heutigen Pressekonferenz von vier Verletzten. Polizeivizepräsident Thomas Schöniger sagte, ein 26-jähriger Mann sei schwer am Kopf verletzt worden. Ein 39-Jähriger erlitt demnach Stichverletzungen im Oberkörper. Beide Männer seien noch im Krankenhaus. Ein Fahrgast im Alter von 60 Jahren habe Schnittwunden an Kopf und Rumpf erlitten, so Schöniger. Ein weiterer 60-Jähriger sei ebenfalls verletzt worden; dieser habe sich selbst in ärztliche Behandlung begeben.

Es gebe "keine Anhaltspunkte für einen islamistischen Hintergrund", sagte Kriminaldirektorin Sabine Nagel. Nach ersten Erkenntnissen seien bisher keine Hinweise auf mögliche Mittäter oder Mitwisser aufgetaucht. Der Tatverdächtige stammt aus Syrien und kam 2014 als Flüchtling nach Deutschland.

Polizeipräsident Zink dankte den Menschen im Zug, die versuchten, "den Verdächtigen von weiteren Aktionen abzuhalten". Dank sprach er auch denjenigen aus, die Erste Hilfe leisteten. Zudem erläuterte er, dass der 27-Jährige sehr schnell von den Einsatzkräften festgenommen worden sei. Als Tatwaffe wurde ein Klappmesser mit einer Klingenlänge von acht Zentimetern sichergestellt. 420 Einsatzkräfte waren im Einsatz.

Quelle: ntv.de, ysc/AFP/dpa

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