Panorama

"Heute bin ich gelassener"Ilse Aigner spricht über frühere schwere Erkrankungen

15.10.2026, 18:11 Uhr
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Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags und inoffizielle Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin. (Foto: picture alliance/dpa)

Sie könnte die erste Bundespräsidentin der Geschichte werden: Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags. In einem Podcast spricht sie nun über zwei schwere Erkrankungen und gibt Einblicke in ihr aktuelles Privatleben.

Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner hat in einem Podcast über zwei schwere Erkrankungen in früheren Jahren gesprochen - darunter Schilddrüsenkrebs, als Bundesministerin. Und über ihr Single-Leben.

So erzählte Aigner, die als eine mögliche Kandidatin für das Bundespräsidentenamt gilt, in einem Podcast von "Münchner Merkur" und "tz", wie während ihrer Zeit als Agrarministerin im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Schilddrüsenkarzinom diagnostiziert worden sei. "Das war wahrscheinlich genetisch, weil meine Schwestern auch betroffen waren - wenn auch nicht so wie ich", sagte sie.

Sie machte nach einer Operation eine Strahlentherapie mit einer Tablette und musste sich zeitweise völlig isolieren. "Im Gegensatz zu einer Chemo erfolgt die Strahlentherapie mit einer Tablette. Und dann strahlt man halt." Aigner erzählte: "Es war wirklich extrem. Man ist dann komplett abgeschottet." Immerhin habe man gewusst, "dass es eine gute, sehr gute Heilungschance gibt. Es gab auch keine Streuung oder Nebenerscheinungen, sodass ich da eigentlich ganz zuversichtlich war", berichtete die heute 61-Jährige.

Als Jugendliche einen Tumor im Rücken

Schon vor ihrem 18. Geburtstag sei bei Aigner ein Tumor im Rücken entfernt worden, der lange unentdeckt geblieben sei. "Das war wirklich eine schwierige, sehr schwierige Zeit. Vor allem, weil diese Schmerzen einfach unglaublich waren", berichtete Aigner, die damals gerade ihren Realschulabschluss machte, in dem Podcast. "Ich weiß bis heute, wie ich da - weil ich nicht mehr liegen konnte - mit mehreren Kissen übereinander am Küchentisch gesessen bin und versucht habe, wenigstens ein bisschen zu schlafen."

Noch während einer Untersuchung habe damals eine Lähmung eingesetzt. "Die Ärzte haben dann meine Eltern telefonisch um Einverständnis gebeten, dass sie operieren können, weil es so dringend war. Das hätte auch schiefgehen können." Letztlich habe sogar eine Querschnittslähmung gedroht.

So richtig begriffen habe sie das erst im Nachhinein, erzählte die Landtagspräsidentin. "Deswegen erklärt sich vielleicht, dass ich heute manches etwas gelassener sehe, weil ich weiß, was wirklich wichtig ist, und was vielleicht nicht ganz so wichtig ist."

Aigner könnte die erste Bundespräsidentin werden

Zudem gewährte Aigner Einblicke in ihr aktuelles Privatleben. "Ich gehe als Single durchs Leben", sagte sie, machte aber deutlich, dass dies in ihrem Fall nichts mit Einsamkeit oder Alleinleben zu tun habe. "Ich lebe in einem großen Familienverbund, in einem sogenannten Dreigenerationenhaus, wo immer irgendwas los ist."

Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass es nicht ganz einfach sei, in einer Position wie der ihren etwas Neues aufzubauen, fügte sie hinzu. "Das würde von einem Partner viel verlangen." Für die Zukunft schloss Aigner nicht aus, eine neue Partnerschaft einzugehen, sagte aber auch: "Ich habe es immer wieder mal versucht, mit mehr oder weniger Erfolg".

Aigner werden gute Chancen zugerechnet, im kommenden Jahr Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu werden. Unterstützung bekommt sie neben der CSU auch aus Reihen von CDU, SPD und Grünen. Sie wäre die erste Frau im Amt des deutschen Staatsoberhaupts.

Quelle: ntv.de, kaz/AFP/dpa

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