Panorama

Corona-Zahlen rapide gesunken Israelis dürfen Maske draußen weglassen

ca4809700cd123f6147e90be24ef7a2c.jpg

Ein Päuschen ohne Maske - Israel gewinnt ein Stück Normalität zurück.

(Foto: REUTERS)

Kaum noch Neuinfektionen dank einer hohen Impfquote - in Israel freuen sich die Menschen über ein weiteres Stück zurückgewonnener Freiheit. Ab sofort entfällt die Maskenpflicht im Freien. Noch fern von Entspannung ist dagegen die Corona-Lage im Gazastreifen.

Israel lässt die Masken fallen - seit Sonntag müssen die Einwohner im Freien keinen Atemschutz mehr tragen. Das Land feierte seine "Befreiung", die vor allem dank einer immensen Impfkampagne möglich wurde. Fast fünf Millionen Menschen und damit mehr als die Hälfte der Bevölkerung wurden bereits zweimal geimpft. Im Januar hatte Israel noch Höchststände von 10.000 Neuinfektionen pro Tag verzeichnet. Insgesamt infizierten sich dort seit Pandemiebeginn rund 836.000 Menschen mit dem Coronavirus, mehr als 6300 starben an oder mit dem Virus. Inzwischen hat sich die Kurve mit etwa 200 Infektionsfällen pro Tag deutlich abgeflacht.

Der Erfolg des israelischen Impfprogramms wurde durch ein Abkommen über einen Datenaustausch mit Pfizer/Biontech ermöglicht. Dabei verpflichtete sich Israel, das die medizinischen Daten seiner gesamten Bevölkerung digitalisiert hat, gegen eine bevorzugte Belieferung mit Impfstoff rasch Informationen über dessen Wirksamkeit weiterzugeben.

In Jerusalem freuten sich am Sonntag viele Menschen über die Möglichkeit, das erste Mal seit einem Jahr ohne Maske im Freien unterwegs zu sein. "Ich bin erleichtert, dass wir wieder anfangen können zu leben", sagte die 26-jährige Eliana Gamulka. Der einzige Nachteil sei, bei einer unerwünschten Begegnung auf der Straße "kann man nicht mehr so tun, als würde man die Leute auf der Straße nicht erkennen", scherzte die Projektmanagerin. Doch einige trauten der neuen Freiheit noch nicht ganz. Sie lasse ihren Mund-Nasen-Schutz vorerst lieber auf, sagte die Büroangestellte Ester Malka. "Wir werden sehen, was passiert, wenn alle ihre Masken abgenommen haben. Wenn ich sehe, dass es in ein oder zwei Monaten gut läuft, dann nehme ich sie auch ab."

Impfquote im Gazastreifen: 0,8 Prozent

Während in Israel die Corona-Pandemie nahezu überwunden zu sein scheint, verzeichnet der Gazastreifen einen neuen Höchstwert bei den Todesfällen nach einer Corona-Infektion. Innerhalb von 24 Stunden wurden in dem Palästinensergebiet 23 neue Tote registriert. Insgesamt starben in dem Küstenstreifen, der von der islamistischen Hamas beherrscht wird, nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits 761 Menschen nach einer Corona-Infektion.

Im Gazastreifen leben etwa zwei Millionen Menschen auf engem Raum, unter teilweise miserablen Bedingungen und bei schlechter medizinischer Versorgung. Die Pandemie bringt das Gesundheitssystem an seine Grenzen. Bis Donnerstag erhielten erst etwa 33.000 Einwohner eine Impfung. Etwa die Hälfte davon ist vollständig geimpft - 0,8 Prozent der Bevölkerung. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten Zehntausende Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik gespendet. Am 22. Mai ist in den Palästinensergebieten die erste Parlamentswahl seit 15 Jahren geplant.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.