Panorama

Bei Erkrankten angesteckt Italienische Priester sterben an Covid-19

Priester, die die Covid-19-Erkrankten besuchen, werden teilweise selbst zum Opfer der Erkrankung.

Priester, die die Covid-19-Erkrankten besuchen, werden teilweise selbst zum Opfer.

(Foto: dpa)

Sie wollen helfen und sterbenden Corona-Patienten die letzte Ölung geben: Doch viele italienische Priester stecken sich dabei selbst mit Sars-Cov-2 an. Zahlreiche Geistliche sind bereits an der Lungenerkrankung gestorben.

Seit Wochen sind die italienischen Priester ganz nah bei den Corona-Patienten. Sie beten mit den Schwerkranken, geben den Sterbenden die letzte Ölung. Und jetzt fallen mehr und mehr Pfarrer der Pandemie zum Opfer. Die Diözese Bergamo im Nordosten von Mailand scheint am stärksten betroffen zu sein. Mindestens zehn Priester seien dort an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, berichtete die katholische Tageszeitung "Avvenire" am Donnerstag.

Es gebe so viele Tote - Geistliche und andere Gemeindemitglieder - dass "sie schwer zu zählen sind", hieß es in dem Bericht. In der Stadt Parma wurden fünf Todesfälle unter Pfarrern gemeldet. Auch in Brescia, Cremona und der Metropole Mailand starben Geistliche. All diese Gemeinden liegen im Norden des Landes. Italien ist derzeit weltweit am stärksten von der Pandemie betroffen, mehr als 3400 Infizierte starben. Wie Ärzte kommen auch die Priester in Kontakt mit den schwersten Fällen. Und wie Mediziner haben Pfarrer viel Kontakt untereinander - ideale Bedingungen für eine Ansteckung.

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Laut einer Zählung der italienischen Nachrichtenagentur Ansa starben bisher 13 Ärzte. Bei den Geistlichen sind es mindestens 18 Tote. "Ausgestattet mit Atemmaske, Schutzbrille, Kappe, Kittel und Handschuhen laufen wir Pfarrer wie Zombies durch die Flure", sagte Claudio del Monte der italienischen Nachrichtenagentur Adnkronos.

Del Monte leitet eine Gemeinde in der Stadt Bergamo. In der gleichnamigen Provinz gibt es die meisten Infektionen im Land; am Freitag waren es mehr als 4600. Es sterben dort so viele Menschen, dass die Armee von ihr gezimmerte Särge liefern musste und die Leichenhallen nicht mehr ausreichen. "Wir wissen nicht mehr, wohin mit den Toten", zitiert das Nachrichtenportal des Vatikans den Bischof von Bergamo, Francesco Beschi.

Wie alle anderen Opfer werden auch die Priester ohne Trauerfeier bestattet. Um weitere Infektionen zu vermeiden, sind Beerdigungen und Hochzeiten seit mehr als einer Woche verboten und werden es vermutlich für viele weitere Wochen oder Monate bleiben. "Es schmerzt zu sehen, wie die Priester krank werden", sagte Enrico Salmi, der Bischof von Parma, der Zeitung "Avvenire". "Manchmal passiert es, weil sie ihre seelsorgerische Pflicht erfüllen. Sie gehen auf Intensivstationen, wo eigentlich niemand hin sollte."

Quelle: ntv.de, Franck Iovene, AFP