Panorama

Umstrittenen Pfarrer befördert Kardinal Woelki bestreitet erneut Vertuschung

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Weist alle Vorwürfe von sich: Kardinal Woelki

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Kölner Kardinal Woelki soll 2017 einen Düsseldorfer Pfarrer - trotz bestehender Missbrauchsvorwürfe gegen ihn - zum stellvertretenden Stadtdechanten befördert haben. Vertuschung streitet Woelki ab. Das Erzbistum Köln nimmt ein kirchenrechtliches Verfahren gegen den Pfarrer wieder auf.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat erneut Vertuschungsvorwürfe zurückgewiesen. Die "Bild"-Zeitung berichtet, dass Woelki 2017 einen Pfarrer zum stellvertretenden Stadtdechanten von Düsseldorf befördert habe, obwohl er über Vorwürfe gegen den Mann informiert gewesen sei. So habe ein Gemeindemitglied Woelki schon im Jahr 2010 darüber unterrichtet, dass der Pfarrer "in den letzten Jahren kein normales Verhältnis zu Messdienern" gehabt habe. Es habe "immer anzügliche Sprüche" und "Saunabesuche mit Messdienern" gegeben.

Das Erzbistum Köln teilte dazu nun mit, die von "Bild" angeführten Akten und Notizen seien "weder geheim noch neu". Sie seien Bestandteil des Materials, das das Erzbistum dem Gutachter Björn Gercke zur Verfügung gestellt habe. Gercke hatte untersucht, ob Verantwortliche des Erzbistums Köln Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester vertuscht hatten. "Professor Gercke hat auch dieses Material bereits in seiner Untersuchung vom März 2021 bewertet und hier eindeutig keine Pflichtverletzung aufseiten des Kardinals festgestellt", hielt das Erzbistum fest. "Alle Vorgänge sind im Abschlussbericht dokumentiert und veröffentlicht. Jeder Interessierte kann dies nachvollziehen."

Kirchenrechtliches Verfahren wieder aufgenommen

Zu der Beförderung des Pfarrers hatte das Erzbistum bereits am Dienstag mitgeteilt, 2017 sei lediglich ein nicht strafbarer Vorfall aus dem Jahr 2001 eindeutig belegt gewesen. Ende vergangenen Jahres habe das Erzbistum dann neue Erkenntnisse zu einem Vorwurf gegen den Pfarrer aus dem Jahr 1995 erlangt. Im Januar dieses Jahres sei der Fall der Staatsanwaltschaft Düsseldorf übergeben worden. Bis zur Klärung der Vorwürfe sei der Pfarrer beurlaubt.

Das zwischenzeitlich ruhende kirchenrechtliche Verfahren gegen den Pfarrer sei jedoch wieder aufgenommen worden, teilte das Erzbistum nun mit. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft habe ihre Ermittlungen gegen den beurlaubten Geistlichen wegen Verjährung eingestellt, teilte das Erzbistum mit. Somit könne das kirchliche Verfahren wieder aufgenommen werden. Das Verfahren umfasse neben der Anhörung des Beschuldigten und von Zeugen auch die Sammlung von Beweisen. Da es sich bei dem Beschuldigten um einen Kleriker handle, werde das Untersuchungsergebnis auch an die römische Glaubenskongregation weitergeleitet. Werde ein "kirchenrechtlich relevantes" Fehlverhalten festgestellt, folge entweder eine direkte Festlegung des Strafmaßes oder ein kirchlicher Strafprozess. "Wird kein Fehlverhalten nachgewiesen, wird der Beschuldigte rehabilitiert", hieß es in einer Mitteilung.

Das im vergangenen Monat vorgestellte Gercke-Gutachten hatte Kardinal Woelki entlastet. Mehreren anderen Bistumsverantwortlichen hatten die Gutachter dagegen Pflichtverletzungen vorgeworfen. Zu ihnen gehören Woelkis 2017 gestorbener Vorgänger Joachim Meisner und der Hamburger Erzbischof Stefan Heße, der als Reaktion darauf dem Papst seinen Amtsverzicht anbot. Die Kölner Weihbischöfe Dominikus Schwaderlapp und Ansgar Puff sowie der Kirchenrichter Günter Assenmacher wurden beurlaubt.

Quelle: ntv.de, lri/AFP/dpa

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