Panorama

Vereinfachte Impfstoff-Lagerung Kassenärzte für Biontech-Einsatz in Praxen

imago98550610h.jpg

Gassen geht davon aus, dass in vier bis sechs Wochen mehr Klarheit herrscht.

(Foto: imago images/photothek)

Lange hieß es, der Impfstoff von Biontech/Pfizer könne nur bei minus 60 bis minus 80 Grad gelagert werden. Doch offenbar ist die Aufbewahrung auch bei höheren Temperaturen möglich. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung fordert deshalb einen zeitnahen Einsatz in regulären Arztpraxen.

Die Kassenärzte wollen auch den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer in ihren Praxen verabreichen, sobald genügend Impfstoff vorhanden ist. Erste Daten hätten gezeigt, dass Transport und Lagerung des Präparats auch bei deutlich höheren Temperaturen möglich sei. "Das wiederum ist die Voraussetzung, um in den Praxen zu impfen. Das heißt, auch Biontech sehen wir als Impfstoff in den Praxen", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, im Deutschlandfunk.

Wann die Ärzte mit den Impfungen in den Praxen beginnen werden, könne man derzeit "schwer präzise festmachen". Noch gebe es keine ausreichenden Impfmengen. "Ich denke, ein Zeitraum von vier bis sechs Wochen wird uns da mehr Klarheit bringen", betonte Gassen.

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer bleibe neuen Untersuchungen der Hersteller zufolge auch zwei Wochen lang bei minus 25 bis minus 15 Grad Celsius stabil, hatten die Unternehmen am Freitag mitgeteilt. Bislang musste der Impfstoff den Vorgaben der Hersteller zufolge bei minus 80 bis minus 60 Grad gelagert werden, was die Logistik für das Impfen erschwert hatte.

Auch der Impfstoff von Astrazeneca wird Gassen zufolge in den Arztpraxen zum Einsatz kommen. Der schlechtere Ruf des Präparats sei "vielleicht auch ein bisschen herbeigeredet", so Gassen. Der KBV-Chef sprach sich angesichts der Skepsis gegenüber dem Astrazeneca-Impfstoff zudem für eine Lockerung der Impfreihenfolge aus. "Wenn ein Impfangebot an jemanden ergeht und das wird abgelehnt, muss derjenige sich wieder ganz hinten anstellen und es kommen zuerst andere dran", sagte Gassen der "Rheinischen Post".

Quelle: ntv.de, hek/dpa