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Bei minus 25 bis minus 15 Grad Lagerung des Biontech-Vakzins könnte einfacher werden

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Raus aus dem Trockeneis: Biontech-Impfdosen.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Das Impfmittel von Biontech und Pfizer kann nach Überzeugung beider Unternehmen fortan in handelsüblichen Gefrierschränken gelagert werden statt bei aufwändigen minus 70 Grad. Das geht aus einem Antrag in den USA hervor.

Biontech und Pfizer haben in den USA beantragt, die Etikettierung zu den Lagerungsvorschriften ihres Corona-Impfmittels ändern zu dürfen. Wie die Unternehmen mitteilten, lasse sich das Mittel bis zu zwei Wochen auch bei Standardtemperaturen eines handelsüblichen pharmazeutischen Tiefkühlers lagern. Sie hätten deshalb bei der US-Zulassungsbehörde FDA beantragt, auf den Etiketten eine Lagervorschrift von minus 25 bis minus 15 Grad drucken zu dürfen. Bislang ist eine aufwendige Lagerung bei minus 80 bis minus 70 Grad in den USA vorgeschrieben. Gleiches gilt für Deutschland. Das macht das dezentrale Verimpfen schwierig, weil etwa Hausärzte nicht über das Equipment verfügen.

"Sollten die neuen Lagerbedingungen zugelassen werden, würde dies Apotheken und Impfzentren eine größere Flexibilität bei der Handhabung ihrer Impfstofflieferungen ermöglichen", erklärte Albert Bourla, Vorstandsvorsitzender von Pfizer. Unberührt von der Änderung bliebe die Möglichkeit, das Mittel nach Herausnahme aus dem Tiefkühler bis zu fünf Tage bei 2 bis 5 Grad im Kühlschrank aufzubewahren.

Keine Angaben über Antrag in EU

"Es war unsere oberste Priorität, schnell einen sicheren und wirksamen Impfstoff zu entwickeln und ihn den am meisten gefährdeten Menschen auf der Welt zur Verfügung zu stellen, um Leben zu retten", erklärte Biontech-Mitbegründer Ugur Sahin. "Gleichzeitig haben wir kontinuierlich Daten gesammelt, die eine Lagerung bei etwa minus 20 Grad Celsius ermöglichen könnten." Auch er versprach sich von dieser weniger aufwendigen Lagervorschrift eine einfachere Handhabung für Apotheken und Impfzentren.

Ob und wann ein ähnlicher Antrag in der EU erfolgen soll, erklärten die Unternehmen nicht. Anders als in der Europäischen Union ist der Biontech-Impfstoff in den USA nur über eine Notfallzulassung im Umlauf. Die EU-Staaten hatten sich dagegen auf ein ordentliches Zulassungsverfahren verständigt, weshalb die zugelassenen Impfmittel in anderen Ländern früher das Okay der Behörden bekommen hatten als in der EU.

Quelle: ntv.de, shu