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"El Chapos" Anwälte unzufrieden Kein Prozessaufschub für Drogenboss

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Der Prozess um Joaquín "El Chapo" Guzmán soll am 5. November beginnen.

(Foto: dpa)

Die Anwälte des mexikanischen Drogenbosses "El Chapo" Guzmán scheitern mit ihrem Antrag auf Prozessaufschub. Die Menge an Beweismaterial sei zu groß, klagen sie. Der Prozess soll in einem Monat beginnen.

Knapp vier Wochen vor dem Strafprozess gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán haben sich dessen Anwälte über zu knappe Vorbereitungszeit und die überwältigende Menge an Beweismaterial beschwert. "Ich halte uns für nicht angemessen vorbereitet, um diesem Mann sein verfassungsmäßig garantiertes Recht zu geben", sagte Anwalt Jeffrey Lichtman. Er scheiterte heute in New York mit einem erneuten Antrag auf Prozessaufschub.

Erst vergangene Woche hatten Guzmáns Verteidiger von der Staatsanwaltschaft mehr als 13.000 weitere Seiten Akten, Tonaufnahmen und andere Beweismittel erhalten. Große Teile des Materials seien auf Spanisch verfasst, sagte Lichtman. In seinen 28 Jahren als Anwalt sei er "noch nie" in einer vergleichbaren Lage gewesen. Richter Brian Cogan lehnte den Antrag erneut mit dem Hinweis ab, dass beide Seiten nie so bereit sein würden, wie sie es gern wären.

Guzmán selbst gehe es gut, sagte Anwalt Eduardo Balarezo. "Er ist bereit für den Prozess. Er ist guten Mutes und ihm ist klar, womit er konfrontiert wird." Guzmáns Frau Emma Coronel war bei der Anhörung nicht anwesend.

Der Prozess soll am 5. November mit Auswahl der zwölf Geschworenen beginnen und könnte etwa drei Monate dauern. Zum Schutz ihrer Sicherheit sollen die Juroren anonym über Guzmáns Schicksal entscheiden. Richter Cogan hatte diesen Schritt im Februar mit der von Guzmán mutmaßlich ausgehenden Gewalt begründet. Bei einer Verurteilung droht Guzmán eine lebenslange Haftstrafe. Die Todesstrafe ist nach einer Einigung zwischen Mexiko und den USA ausgeschlossen.

Quelle: n-tv.de, psa/dpa

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