Panorama

Lage vielerorts alarmierend Kliniken müssen Patienten bereits verlegen

Viele Krankenhäuser stoßen bereits jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen. Laut einem Bericht der Bundesländer ist die Lage im Osten "dramatisch". Im Süden werden täglich Patienten verlegt, teils Hunderte Kilometer weit. Nun werden auch deutschlandweite Verlegungen in Betracht gezogen.

Die stark wachsenden Corona-Infektionszahlen setzen den Krankenhäusern enorm zu. Besonders hart trifft es die Kliniken im Süden und Osten Deutschlands. Wie aus einem vertraulichen Bericht der Länder hervorgeht, welcher der Funke Mediengruppe vorliegt, würden in Bayern und Baden-Württemberg bereits "täglich Verlegungen zwischen Krankenhäusern zum Ausgleich und zum Erhalt der Funktionsfähigkeit durchgeführt". Auch im benachbarten Hessen werde es immer schwieriger, Patienten auf den Intensivstationen unterzubringen.

In Bayern sind Kliniken bereits an ihre Grenzen gestoßen. "Im Norden gibt es noch Kapazitäten, im Süden sind sie praktisch aufgebraucht", heißt es im Bericht der länderübergreifenden Steuerungsgruppe des sogenannten Kleeblattsystems zur Verteilung von Patienten bei regionaler Überlastung. Demzufolge ist auch die Situation im Osten alarmierend, vor allem in Thüringen und Sachsen. "Die Lage der Krankenhäuser in diesen beiden Ländern wird insbesondere in Thüringen als dramatisch eingestuft", heißt es im Bericht.

Um die Krankenhäuser in Hochinzidenzgebieten zu entlasten, ziehen die Bundesländer erstmals deutschlandweite Patientenverlegungen in Betracht. Laut Bericht wurde in Baden-Württemberg bereits erwogen, Patienten über 700 Kilometer nach Schleswig-Holstein zu verlegen. In Bayern seien Patienten zum Teil rund 400 Kilometer weit aus dem Südosten nach Würzburg im Norden verlegt worden.

Die Bundesländer hatten sich in der Pandemie darauf geeinigt, im Fall einer Überlastung einen länderübergreifenden Krankentransport zu organisieren. Dafür sind die 16 Länder in fünf regionale Gruppen eingeteilt (Kleeblattkonzept), in denen man sich zunächst gegenseitig helfen soll. Ist eine ganze Region überlastet, sind auch deutschlandweite Transporte möglich.

Quelle: ntv.de, chf

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