Panorama

Kalifornien im Notstand Lage am bedrohten Staudamm bessert sich

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Bei einem Bruch des Oroville-Staudamms in Kalifornien wird mit einer nicht kontrollierbaren Überflutung gerechnet.

(Foto: REUTERS)

Der Oroville-Staudamm ist die höchste Talsperre der USA. Wegen heftiger Regenfälle innerhalb weniger Tage ist die Anlage in Kalifornien bis zum Bersten gespannt. Dann können die Behörden den unkontrollierten Abfluss der Wassermassen stoppen.

Die kritische Lage an einem riesigen Staudamm in Nordkalifornien hat sich leicht entspannt. Die kalifornischen Behörden teilten mit, der unkontrollierte Abfluss von Wassermassen in einen beschädigten Kanal konnte aufgehalten werden. Die Reparaturarbeiten sollten noch am Montag (Ortszeit) beginnen.

Der Damm des Oroville-Stausees war nach tagelangen Regenfällen an seine Belastungsgrenze gestoßen, so dass Wassermassen über einen selten genutzten Seitenkanal abflossen. Die kalifornische Wasserbehörde twitterte als Reaktion, der Damm werde in den nächsten Stunden fallen.

Bereits am späten Sonntagabend hatte der kalifornische Gouverneur Jerry Brown den Notstand für die Bezirke Butte, Sutter und Yuba ausgerufen. Einige Stunden zuvor forderte die Polizei rund 188.000 Anwohner auf, sich in Sicherheit zu begeben. Brown sprach von einer "sehr ernsten Situation". Die Lage sei komplex und verändere sich sehr schnell. Die Mitteilung der Polizei war mehrfach mit dem Hinweis "Dies ist keine Übung" versehen.

Hätte der beschädigte Kanal den abfließenden Wassermassen nicht standgehalten, hätte nach Ansicht von Experten eine Überschwemmung von weiten Teilen der Region rund um den See gedroht. In den drei genannten Bezirken wurden zahlreiche Notunterkünfte für die Einwohner bereitgestellt. Der nur im Notfall genutzte Abflusskanal des Staudamms wies den Angaben nach starke Erosionsschäden auf.

Wassermassen werden umgeleitet

Um die Katastrophe zu verhindern, hatte die kalifornische Wasserbehörde DWR die kontinuierliche Reduzierung des über den kaputten Kanal abfließenden Wassers angeordnet. Die Massen wurden nach und nach wieder auf den Hauptabfluss umgeleitet - der allerdings erst in der vergangenen Woche wegen eines Loches geschlossen worden war. Der Notabfluss war damit nur wenige Tage im Einsatz, bis er zusammenzubrechen drohte.

Die 235 Meter hohe und rund 2300 Meter lange Anlage liegt etwa 125 Kilometer nördlich der Hauptstadt Sacramento. Sie staut den Oroville-See auf und dient der Stromgewinnung.

Das dürregeplagte Kalifornien war in den zurückliegenden Tagen in Teilen von heftigen Regenfällen überrascht worden. Bewohner mussten aus ihren Häusern gerettet werden, nachdem der Fluss San Lorenzo über die Ufer getreten war. In dem Bundesstaat war fünf Jahre lang zu wenig Regen gefallen. 2014 wurde sogar ein Dürre-Notstand ausgerufen. Die Einwohner wurden angewiesen, weniger Wasser zu verbrauchen.

Quelle: ntv.de, dsi/cri/dpa