Panorama

Spätestens ab Juni Landkreise fordern normalen Unterricht

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Im Juni soll Schluss sein mit Homeschooling.

(Foto: dpa)

Die Corona-Zahlen werden besser - und lassen auf einen unbeschwerten Sommer hoffen. Doch bis dahin sind noch ein paar Wochen Schule. Nach dem Willen der Landkreise soll der Unterricht schnellstmöglich wieder im Normalbetrieb durchgeführt werden.

Der Deutsche Landkreistag hat sich für eine bundesweite Rückkehr zu normalem Schulunterricht in den Klassenzimmern im Juni ausgesprochen. Angesichts der Entwicklung in der Corona-Pandemie seien solche Öffnungen jetzt zu verantworten, sagte Präsident Reinhard Sager dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Sie sollten im Mai beschlossen und spätestens zum Juni umgesetzt werden - ganz, und nicht nur im Wechselunterricht. "Bis dahin dürften noch mehr, wenn nicht alle Bundesländer die Inzidenz von 100 unterschreiten."

Die Sommerferien beginnen in den ersten Bundesländern in diesem Jahr am 21. Juni. Aktuell gilt, dass in Schulen Wechselunterricht stattfinden muss, wenn ein Kreis eine Sieben-Tage-Inzidenz ab 100 aufweist. Die Werte gehen inzwischen in den meisten Regionen deutlich zurück. In vielen Bundesländern werden die Corona-Beschränkungen nun nach und nach gelockert.

Brinkhaus sieht 10-er Wert als Maßstab

CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus mahnte die Länder zu einem verantwortungsvollen Vorgehen. Bei einer Inzidenz unter 100 liege die Verantwortung bei den Ministerpräsidenten, sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". "Ich vertraue darauf, dass sie auch gewissenhaft mit der Lage umgehen." Für einen unbeschwerten Sommer müsse man sich "an 10er- oder 20er-Werten orientieren". Parallel zum Impfen müssten die Zahlen weiter nach unten getrieben werden. Außenminister Heiko Maas sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Wir dürfen uns Hoffnung machen, dass sich das Leben bald wieder normalisiert, wenn die Infektionszahlen weiter sinken und die Impfkampagne Fortschritte macht." Er erwarte dann wieder ein Leben "in normaleren Verhältnissen", so der SPD-Politiker "Und das schließt Sommerurlaub ein." Dies könne auch für Nicht-Geimpfte gelten. FDP-Generalsekretär Volker Wissing forderte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" ein "bundeseinheitliches Signal" für Hotels, Ferienwohnungen und Restaurants, wann es für sie wieder losgehen kann.

Der Deutsche Hausärzteverband äußerte Zweifel an der geplanten Einführung eines digitalen Impfpasses bis Ende Juni. Es deute wenig darauf hin, dass der Ausweis bis zum Beginn der Reisesaison flächendeckend verfügbar sein werde, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der "Augsburger Allgemeinen". Den Hausärzten dürfe nicht noch mehr Bürokratie aufgebürdet werden. Sie bräuchten Zeit für Patienten - aber "ganz gewiss nicht, um uns als Passamt der Republik zu verdingen".

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck warnt derweil davor, die Coronakrise schon für beendet zu erklären. "Es könnte sein, dass wir eine vierte Welle erleben im Herbst", sagte Streeck dem Magazin "Focus". "Die Zeit bis dahin sollten wir nutzen, die Strukturen und Prozesse zu optimieren."

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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