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Besitzer in Auschwitz ermordet Letztes Bild aus Gurlitt-Fund zurückgegeben

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Das Kunstmuseum Bern stellte 2018 Werke aus der Gurlitt-Sammlung aus.

(Foto: picture alliance / Anthony Anex/)

Als 2012 in der Münchener Wohnung des Kunstsammlers Gurlitt rund 1500 vermisste Bilder gefunden wurden, war das eine Sensation - es stellte sich heraus, dass viele Werke von den Nazis geraubt worden waren. Nun wird das letzte zurückgegeben.

Die Zeichnung "Das Klavierspiel" von Carl Spitzweg ist als 14. und damit vorläufig letztes als NS-Raubkunst identifiziertes Werk aus dem Kunstfund Gurlitt restituiert worden. Wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin mitteilte, wurde das Werk auf Wunsch der Erben des im Konzentrationslager Auschwitz ermordeten ehemaligen Eigentümers Henri Hinrichsen an das Auktionshaus Christie's übergeben.

CDU-Politikerin Grütters nannte es "ein wichtiges Zeichen, dass wir mit der Spitzweg-Zeichnung nun sämtliche bislang als Raubkunst identifizierten Bilder aus dem Kunstfund Gurlitt an die Nachkommen der Opfer zurückgegeben haben". Hinter jedem dieser Bilder stehe ein menschliches tragisches Schicksal. Es sei "bleibende Verpflichtung" Deutschlands, die Aufarbeitung und die Provenienzforschung fortzusetzen.

"Das Klavierspiel" war 1939 bei dem jüdischen Musikverleger Henri Hinrichsen beschlagnahmt worden. 1940 erwarb der Kunstsammler Hildebrand Gurlitt das Werk, der Kaufpreis wurde auf ein Sperrkonto eingezahlt. 1942 wurde Hinrichsen in Auschwitz ermordet.

Kunstmuseum Bern übernahm Bilder

Hildebrand Gurlitt war ein auch im Auftrag der Nationalsozialisten tätiger Kunsthändler. Er starb 1956. Spätere Nachforschungen nach den Werken aus seiner Sammlung blieben auch deshalb erfolglos, weil seine Witwe 1966 gegenüber den Behörden log, sämtliche Werke und Geschäftsunterlagen seien 1945 beim Bombenangriff auf Dresden zerstört worden.

Erst 2012 entdeckten Ermittler nach einer zufälligen Kontrolle bei Gurlitts Sohn Cornelius in dessen Münchner Wohnung die vermeintlich zerstörten Kunstwerke. Insgesamt befanden sich bei diesem über 1500, darunter eine Reihe Meisterwerke.

Der Fund sorgte damals weltweit für Beachtung. Der inzwischen verstorbene Cornelius Gurlitt vermachte die Werke dem Kunstmuseum Bern, das sich seither an der Aufklärung der Herkunft beteiligt. Wie Grütters erklärte, wurde "Das Klarvierspiel" bereits 2015 als NS-Raubkunst identifiziert. Insbesondere wegen der komplexen Erbfolge und der weitverzweigten Familie seien die Modalitäten der Rückgabe erst jetzt endgültig geklärt worden.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP