Panorama

Sprengstoff in Warnweste Macron-Gegner festgenommen

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Die "Gelben Warnwesten" demonstrieren in Paris gegen hohe Kraftstoffpreise und die geplante Ökosteuer auf Diesel.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit gelben Warnwesten demonstrieren Franzosen gegen hohe Kraftstoffpreise und den Kurs von Präsident Macron. Einer unter ihnen will extra Druck ausüben. Er droht mit Sprengstoff um den Hals.

Kurz vor einer neuen Großdemonstration der "Gelben Warnwesten" in Paris hat ein mit Sprengstoff ausgestatteter Anhänger der Protestbewegung im westfranzösischen Angers für Alarm gesorgt. Der 45-Jährige trug einen Sprengsatz bei sich und wollte damit erzwingen, dass Vertreter der Bewegung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfangen werden, sagte Staatsanwalt Yves Gambert. Nach stundenlangen Verhandlungen stellte sich der Mann jedoch am Abend den Sicherheitskräften.

Der polizeibekannte Verdächtige habe den Sprengsatz erstmals gegen 16.45 Uhr bei einer Autowaschanlage in Angers gezeigt, erklärten die Behörden des Départements Maine-et-Loire. Die umgehend verständigten Sicherheitskräfte evakuierten demnach die Anlage und sperrten die Umgebung ab.

Die Sicherheitskräfte begannen daraufhin Verhandlungen mit dem Mann auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums. Der Mann zeigte dabei eine Fallschirmjäger-Mütze und eine Frankreich-Fahne. Auch der Präfekt des Départements, Bernard Gonzalez, wurde in die Verhandlungen einbezogen. Gegen 22.30 Uhr stellte sich der Verdächtige schließlich unverletzt der Polizei und wurde vorläufig festgenommen.

"Reales Risiko"

Es habe ein "reales Risiko, eine reale Gefahr" bestanden, sagte Gonzalez im Anschluss bei einer Pressekonferenz. Der Verdächtige habe Sprengstoff um den Hals getragen sowie eine Zündvorrichtung bei sich gehabt. Es habe sich um keine Attrappe gehandelt, betonte Gonzalez.

Der Mann habe offensichtlich über Erfahrung im Umgang mit Sprengstoff verfügt und sei "entschieden" aufgetreten. Für die "Gelben Warnwesten", die zuvor den Nachmittag mit dem Mann verbrachten, hätte die Situation "sehr gefährlich" werden können. Innenminister Christophe Castaner sprach auf Twitter von "nicht identifizierten Sprengstoffen" und "gebastelten Granaten".

In Paris wird an diesem Samstag eine Großdemonstration der Protestbewegung erwartet. Aktivisten haben in den sozialen Netzwerken dazu aufgerufen, den Verkehr in der gesamten französischen Hauptstadt lahmzulegen. Die Proteste richten sich vor allem gegen die hohen Kraftstoffpreise und die geplante Ökosteuer auf Diesel, an der Macron bisher festhält. Auch in anderen Orten haben die "Gelben Warnwesten" zu Straßenblockaden aufgerufen.

Quelle: n-tv.de, ame/AFP

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