Panorama

An seiner Tochter vergangenMann tötet Sexualstraftäter und bleibt ungestraft

05.06.2026, 14:27 Uhr
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Aaron Spencer entgeht dem Gerichtsprozess. (Foto: picture alliance/AP/Erin Cassinelli/Heather Spencer)

Eine Jugendliche in den USA wird mehrfach Opfer sexuellen Missbrauchs. Als ihr Vater auf den Tatverdächtigen trifft, kommt es zu einer tödlichen Auseinandersetzung. Ins Gefängnis muss der Mann jedoch nicht.

In den USA ist ein aufsehenerregender Mordfall vom zuständigen Gericht abgewiesen worden. Der Richter im US-Staat Arkansas entschied sich dafür, den Fall nicht zu verhandeln, berichtet der Sender Fox News. Der Zuständige begründet dies damit, dass die Polizei Beweismaterial verschlampt hat, das sich womöglich strafmildernd für den Angeklagten ausgewirkt hätte. So bleibt er gänzlich ohne Strafe.

Am 8. Oktober 2024 erschoss der Angeklagte Aaron Spencer, der gerade in seinem Landkreis Lonoke County für das Amt des Sheriffs kandidiert, den 67 Jahre alten Michael Fosler. Dieser soll zuvor "zahlreiche Sexualdelikte" an der jugendlichen Tochter Spencers begangen haben, für die er sich hätte vor Gericht verantworten sollen. Zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Angriffs befand sich Fosler rechtmäßig auf freiem Fuß. Der Prozess zu diesen Fällen hätte zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden sollen.

Spencer entdeckte Fosler in den frühen Morgenstunden jenes Tages in seinem Pick-up auf einer Straße fahrend und zwang ihn zum Anhalten. Was dann im Detail geschah, ist nicht bekannt. Jedenfalls alarmierte Spencer den Notruf und gab zu verstehen, dass er Fosler erschossen habe. Aufnahmen einer Dashcam, so die Aussagen des Mordverdächtigen in den Polizeiverhören, würden belegen, dass es zwischen den beiden Männern zu einem Streit kam. Womöglich verteidigte sich der Sheriff-Kandidat mit seinem Schuss.

Doch bei der Beweissicherung ging etwas schief: Die Polizei verlor die SD-Karte, auf der die Aufnahmen der Auto-Kamera gespeichert waren. Spencers Anwälte kritisieren, dass keine Dokumentation darüber vorgelegt wurde, wann und auf welchem Weg die Filmaufnahmen verschwunden waren.

"Recht auf faires Verfahren erheblich beeinträchtigt"

Der Richter urteilt den Akten zufolge, in die Fox News Einblick hatte, dass "der Verlust oder die Zerstörung der internen SD-Speicherkarte der Dashcam die Fähigkeit des Angeklagten, sich unter Berufung auf diese Beweise zu verteidigen, und sein Recht auf ein faires Verfahren erheblich beeinträchtigt hat".

Die Einstellung eines Strafverfahrens sei ein "außergewöhnliches und extremes" Rechtsmittel, erklärt der Richter weiter. "Aufgrund der Gesamtheit der Umstände und der einzigartigen, spezifischen und besonderen Tatsachen und Umstände dieses Falls kommt das Gericht jedoch zu dem Schluss, dass das Verhalten der Strafverfolgungsbehörden so ungeheuerlich war, dass eine Abweisung dieses Falls gerechtfertigt ist."

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Spencer gestand die tödliche Schussabgabe bereits, plädierte bisher jedoch auf nicht schuldig. Am 22. Juni sollte verhandelt werden. Wie sich diese neue Entwicklung auf seine Kandidatur als Sheriff auswirkt, ist noch unklar.

Im Februar setzte sich Spencer bei der republikanischen Vorwahl gegen den Amtsinhaber durch. Sein Versprechen, sollte er das Amt tatsächlich auch im entscheidenden Wahlgang gewinnen: Spencer will die Polizei im Landkreis reformieren. "Durch meinen eigenen Kampf für Gerechtigkeit habe ich die Versäumnisse der Strafverfolgungsbehörden und unseres Bezirksgerichts aus erster Hand miterlebt. Und ich weigere mich, tatenlos zuzusehen, wie andere unter denselben Versäumnissen leiden."

Quelle: ntv.de, mpa

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