Panorama

"Sie hat so geschrien" Mann zündet Frau auf offener Straße an

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Beamte der Polizei sichern am Tatort Spuren: Noch sind die Hintergründe der Tat nicht geklärt.

(Foto: dpa)

Am Morgen brennt in der Nähe von Kiel ein Mensch vor einem Krankenhaus. Offenbar hat ein Mann eine Frau angezündet. Beherzte Passanten eilen ihr zu Hilfe und können das Feuer löschen. Wenig später nimmt die Polizei einen Tatverdächtigen fest.

Vor eine Klinik in Kronshagen bei Kiel ist am Vormittag eine Frau auf einem Gehweg angezündet worden. Das Opfer habe am ganzen Körper gebrannt und schwebe in Lebensgefahr, sagte ein Polizeisprecher. "Man konnte nicht mehr erkennen, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt." Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus.

Nachdem der Täter sein Opfer mit einer zunächst unbekannten Flüssigkeit übergossen und in Brand gesetzt hatte, lief die Frau davon. Sie überquerte noch die Straße vor der Klinik. Dann kamen ihr nach ersten Erkenntnissen der Polizei Passanten zu Hilfe und löschten das Feuer. Die schwerverletzte Frau wurde nach Polizeiangaben mit lebensbedrohlichen Brandverletzungen zunächst in ein Kieler Krankenhaus gebracht, später in eine Spezialklinik verlegt.

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Die Polizei stellt sich auf lange Ermittlungen ein.

(Foto: dpa)

Kurze Zeit nach dem Vorfall wurde in Tatortnähe ein 41 Jahre alter Tatverdächtiger festgenommen. Es handelt sich nach Angaben der Polizei um einen vor rund 20 Jahren aus Afrika nach Deutschland eingereisten Mann, der einen unbefristeten Aufenthaltstitel hat. Das Opfer ist demnach seine 38-jährige, von ihm getrennt lebende Ehefrau, die kurze Zeit nach ihrem Mann aus demselben Herkunftsland nach Deutschland eingereist sei. Genauere Angaben über die Herkunft des Paares machte die Polizei nicht. Beide wohnten seit vielen Jahren in Kiel. Die beiden drei und sieben Jahre alten Kinder des Opfers wurden vom Jugendamt in einer Pflegefamilie untergebracht.

"Unfassbar grausame Gewalttat"

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer sprach von einer "unfassbar grausamen Gewalttat". Die Mordkommission übernahm die Ermittlungen. Der Tatverdächtige befindet sich in Gewahrsam. Der Polizeisprecher sprach von einer Großlage. "Wir stellen uns auf umfangreiche Ermittlungen ein", sagte er. Es gebe zwischen 10 und 20 Zeugen des Geschehens. Das Areal wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt. Die Ermittler sichteten Beweisstücke wie ein Haarband und eine Mütze, die auf dem Gehweg lagen.

Ein Passantin beobachtete das schreckliche Geschehen aus der Nähe. Sie habe einen Mann und eine Frau und auch Flammen gesehen. "Da war mir klar, da zündet jemand die Frau an", beschrieb die Augenzeugin das Geschehen. Dann sei sie in das Klinikum gerannt und habe die Polizei sowie den Notarzt alarmiert. "Die Frau hat lichterloh gebrannt." Passanten hätten zunächst versucht, die Flammen mit Decken zu ersticken. Schließlich sei ein Mann mit Feuerlöscher herbeigestürmt. "Das war eine gefühlte Ewigkeit bis die Flammen aus waren."

"Das werde ich meinen Lebtag nicht vergessen»", sagte die Augenzeugin weiter. "Sie hat so geschrien." Als die Frau schließlich von den Einsatzkräften in den Rettungswagen geschoben wurde, habe das Opfer gerufen: "Meine Kinder, meine Kinder, was wird mit meinen Kindern?"

Quelle: ntv.de, kpi/dpa