Panorama
Marcel H. sitzt im Landgericht in Bochum auf der Anklagebank.
Marcel H. sitzt im Landgericht in Bochum auf der Anklagebank.(Foto: dpa)
Donnerstag, 11. Januar 2018

Gutachter über Herne-Mörder: Marcel H. ist voll schuldfähig

Marcel H. hat gestanden, im März 2017 zwei Menschen getötet zu haben. Für den Prozess müssen Gutachter feststellen, ob H. während der Taten in Herne schuldfähig war. Die Mediziner analysieren dafür die Psyche des Täters. Und sind sich im Ergebnis einig.

Der mutmaßliche Doppelmörder von Herne ist im Prozess am Bochumer Landgericht von Gutachtern als voll schuldfähig eingestuft worden. "Der Angeklagte war in der Lage, sein Verhalten zu kontrollieren", sagte Psychologin Sabine Nowara. Damit droht dem Angeklagten nun die ganze Härte des Gesetzes. Marcel H. hat über seinen Verteidiger gestanden, Anfang März 2017 zunächst einen neunjährigen Nachbarjungen und anschließend einen früheren Schulfreund umgebracht zu haben.

Nowara bezeichnete den Angeklagten in ihrem Gutachten als einen "durchschnittlich begabten jungen Mann, ohne besondere Auffälligkeiten". Sein IQ-Wert liege bei 100 und damit im absoluten Mittelbereich. Auch Psychiaterin Astrid Rudel konnte keine relevanten Störungen feststellen, vor allem keine, die in den Bereich des Wahnes fallen würden.

Bei den Untersuchungen der beiden Gutachterinnen hatte Marcel H. erzählt, dass er nach der Tötung des kleinen Jaden eigentlich einen Monat lang bei seinem früheren Schulfreund untertauchen wollte. Danach hatte er sich nach eigenen Angaben ein Leben in der Obdachlosigkeit vorgestellt. "Er wollte vom Pfandflaschensammeln leben", so Rudel im Prozess. Erst als der 22-jährige Freund gedroht habe, die Polizei zu rufen, habe der Angeklagte entschieden, auch ihn umzubringen. Ob am Ende des Prozesses eine Verurteilung nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht erfolgt, ist allerdings noch offen.

Quelle: n-tv.de