Panorama

Die Lager sind leer Medizinische Masken sind Mangelware

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Gesichtsmasken und medizinische Masken sind in Deutschland gerade schwer zu bekommen.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Ab Montag wird in ganz Deutschland die Maskenpflicht eingeführt. Viele Menschen werden aber mit Tüchern und Schals Vorlieb nehmen müssen, um Mund und Nase zu bedecken, denn medizinische Masken sind weiterhin knapp. Großhändler und Apotheken klagen über leergefegte Lager.

Beim Einkaufen und der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel heißt es ab Montag: Masken auf! Empfohlen zum eigenen Schutz und dem anderer werden medizinische FFP2-Masken, doch noch immer fehlt in Deutschland der Nachschub, wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet. Die Lager der Pharmagroßhändler seien demnach leer. "Auch wenn wir unsere Bestände aufgestockt haben, übersteigt die Nachfrage auch aktuell noch das Angebot", zitierte die Zeitung den Großhändler Gehe. Das Unternehmen sei nur "teilweise lieferfähig".

Der Marktführer Phoenix erklärte, er sei bei Atemschutzmasken "weitestgehend ausverkauft". Auch der Apothekerverband bestätigte den Maskenmangel, hat aber Hoffnung. "Die Versorgungslage bei Mundschutz und Masken ist schwierig", das liege daran, dass die Nachfrage wegen der ab Montag geltenden Maskenpflicht in Teilen der Öffentlichkeit gestiegen sei, sagte eine Sprecherin. Die Zahl der Hersteller nehme aber zu, die Situation dürfte sich "perspektivisch weiter verbessern".

Maskenmarkt "chaotisch"

Der Maskenmarkt ist dem Blatt zufolge mittlerweile so chaotisch, dass selbst Analysten den Überblick verloren haben. Immer mehr Masken werden demnach ohne eine sogenannte Pharmazentralnummer verkauft und können von Marktforschern wie der Firma Gesdat nicht verfolgt werden. "Wir wissen nichts. Wir haben die Spur verloren", sagte ein Sprecher des Pharmagroßhändlers Alliance Healthcare, zu dem Gesdat gehört. Es sei eine "gespenstische Situation".

Der Mangel betrifft vor allem die Verbraucher. Ärzte, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen werden von der Bundesregierung versorgt. Das Gesundheitsministerium hat dem Bericht zufolge bis Freitag rund 133 Millionen Masken verteilt oder eingelagert.

Es reichen Community-Masken

Ab Montag ist bundesweit das Tragen von Atemschutzmasken in öffentlichen Verkehrsmittel und in vielen Bundesländern auch beim Einkaufen Pflicht. Dabei reichen sogenannte Community-Masken aus, also beispielsweise selbstgenähte Exemplare, Schals und Halstücher. Ein Tragen medizinischer Atemschutzmasken ist dagegen nicht verpflichtend. Diese sollten dem medizinischen und Pflegepersonal vorbehalten bleiben.

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI), das am Anfang der Krise dem Maskentragen außerordentlich skeptisch gegenüberstand, empfiehlt inzwischen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung als "zusätzlichen Baustein", um die Geschwindigkeit der Ausbreitung von Covid-19 in der Bevölkerung zu reduzieren.

Quelle: ntv.de, nan/AFP