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Ein Schwangerschaftsabbruch ist ohne medizinische oder kriminologische Indikatoren bis zum Ende des ersten Trimesters möglich.
Ein Schwangerschaftsabbruch ist ohne medizinische oder kriminologische Indikatoren bis zum Ende des ersten Trimesters möglich.(Foto: imago/argum)
Donnerstag, 07. Dezember 2017

Abbrüche nehmen leicht zu: Mehr erwachsene Frauen treiben ab

Seit Juli wurden in Deutschland mehr Schwangerschaften abgebrochen als im Vorjahreszeitraum. Dennoch ist die Zahl der Abtreibungen in den vergangenen Jahren insgesamt gesunken. Vor allem Teenager sind seltener betroffen.

Zwischen Juli und September 2017 hat es Deutschland rund 24.700 Schwangerschaftsabbrüche gegeben. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum aber weniger als in den vergangenen Jahren, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Knapp drei Viertel der Frauen, die eine Schwangerschaft vorzeitig beendeten, gehören der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen an. Minderjährige machten nur drei Prozent der Gesamtanzahl aus.

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96 Prozent der gemeldeten Abbrüche erfolgten nach der gesetzlich vorgegebenen Beratungsregelung. In den übrigen Fällen waren medizinische oder kriminologische Gründe, bei denen Frauen Opfer eines Verbrechens waren, ausschlaggebend.

Am häufigsten wurden Abtreibungen mit der Absaugmethode durchgeführt. In jedem fünften Fall kam das Präparat Mifegyne zum Einsatz, das innerhalb von 48 Stunden zu einer Periodenblutung führt.

Abbrüche kommen seltener vor

Insgesamt wurden in deutschen Kliniken und Gynäkologiepraxen 2017 bisher 76.900 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen. Dennoch sind die Zahlen rückläufig. Entschieden sich 2009 rund 110.700 Frauen gegen ein Kind, waren es 2016 nur etwa 98.700.

Auch Abbrüche bei Teenagern nehmen ab. Vor acht Jahren gab es noch 400 Fälle, im vergangenen Jahr sank die Zahl auf 330. Zunahmen sind hingegen bei den 30- bis 35-Jährigen und den 35- bis 40-Jährigen zu verzeichnen. Dort stieg die Abtreibungsrate um sechs beziehungsweise vier Prozent.

Schwangerschaftsabbrüche sind in Deutschland grundsätzlich verboten und können mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden. Das Strafgesetzbuch lässt aber Ausnahmen zu. So ist eine Abtreibung erlaubt, wenn die Schwangere einwilligt und der Eingriff von medizinischem Fachpersonal durchgeführt wird. Zudem muss der Abbruch innerhalb der ersten 12 Wochen nach der Befruchtung durchgeführt werden und bedarf eines vorherigen Beratungsgesprächs.

Quelle: n-tv.de

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