Panorama

Fast zwei Drittel ohne Schutz Mehrheit der Covid-Intensivpatienten ungeimpft

Von fast 9000 Covid-Patienten auf deutschen Intensivstationen sind mehr als 60 Prozent nicht geimpft. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Robert-Koch-Instituts und der Intensivmedizinervereinigung DIVI. Der Anteil an Geboosterten bewegt sich dagegen im einstelligen Prozentbereich.

Fast zwei Drittel der neu aufgenommenen Corona-Patienten auf Intensivstation sind ungeimpft. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Untersuchung von Robert-Koch-Institut (RKI) und Intensivmedizinervereinigung DIVI, wie die beiden Organisationen mitteilten. Demnach waren zuletzt von knapp 9000 Intensivpatienten, bei denen der Impfstatus bekannt war, 62 Prozent ungeimpft. 10 Prozent hatten einen unvollständigen Immunschutz, waren also genesen ohne Impfung oder hatten eine Teil-Immunisierung. 28 Prozent hatten eine vollständige Grundimmunisierung oder bereits eine Auffrischimpfung, der Anteil mit Booster-Impfung betrug dabei etwa 5,8 Prozent.

Die Erhebung bezieht sich auf den Zeitraum 14. Dezember 2021 bis 12. Januar 2022. RKI und DIVI weisen darauf hin, dass die ausgewerteten Daten in dieser Form nicht geeignet seien, die Wirksamkeit der Impfung einzuschätzen. Dafür müssten die Daten unter anderem in ein Verhältnis mit der Entwicklung der allgemeinen Impfquote der Bevölkerung gesetzt werden. In Deutschland hatten bis zum heutigen Donnerstag 72,3 Prozent der Bevölkerung eine vollständige Grundimmunisierung erhalten, 45,07 Prozent hatten sich bereits eine Booster-Spritze geben lassen.

Derzeit ist die Zahl der Covid-Intensivpatienten in deutschen Krankenhäusern rückläufig. Wie aus den Daten des DIVI-Registers vom heutigen Donnerstag hervorgeht, werden derzeit 2959 Corona-Patienten klinisch behandelt - das sind 91 weniger als am Vortag. 1782 davon müssen beatmet werden.

Laut Aerosol-Forscher Gerhard Scheuch zeigt sich in den Daten "der deutlich mildere Krankheitsverlauf durch Omikron". "Seit 1.1. haben sich die Infektionszahlen mehr als verdoppelt", schreibt er auf Twitter. "Dennoch sinkt die Anzahl der Patienten auf Intensivstation." Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Omikron mildere Krankheitsverläufe verursacht als die Delta-Variante.

Quelle: ntv.de, chf/dpa

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