Panorama

Wintereinbruch in Texas Millionen Haushalte ohne Strom

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Texas ist eine der wärmsten Regionen der USA - im Februar liegen die Durchschnittstemperaturen aber auch nur bei etwa fünf Grad.

(Foto: dpa)

Straßen sind leergefegt, Flughäfen geschlossen und Millionen Menschen frieren in ihren Wohnungen, weil die Stromversorgung zusammengebrochen ist. Texas erlebt gerade eine ungewöhnliche Kältewelle.

Ungewöhnlich eisiges Winterwetter hat im südlichen US-Bundesstaat Texas zu massiven Stromausfällen geführt. Bis zum Montagabend (Ortszeit) waren nach Angaben der Webseite poweroutage.us knapp 4,4 Millionen Haushalte ohne Elektrizität. Zuvor hatte die Netzagentur des Bundesstaats rotierende Abschaltungen von Teilen des Netzes angekündigt, um einen kompletten Zusammenbruch der Versorgung zu verhindern. Anfangs war von etwa zwei Millionen betroffenen Haushalten die Rede. Der örtliche Stromversorger Oncor warnte Kunden, dass die weitreichenden Stromausfälle noch bis Dienstag anhalten dürften.

Gouverneur Greg Abbott erklärte, die Nationalgarde helfe dabei, frierende Menschen aus ihren Häusern in eines der 135 eingerichteten Wärmezentren zu bringen. Es seien rund 3300 Polizisten des Bundesstaats im Einsatz, außerdem knapp 600 Angehörige militärischer Einheiten, Allradfahrzeuge der Forstverwaltung und 700 Schneepflüge.

Für den Bundesstaat an der Grenze zu Mexiko, der flächenmäßig fast doppelt so groß ist wie Deutschland, wurde der Notstand ausgerufen. US-Präsident Joe Biden bewilligte zudem Unterstützung durch die Katastrophenschutzbehörde Fema. Der Flughafen der Metropole Houston musste wegen des Winterwetters zunächst bis Dienstagmittag schließen, beim Airport Dallas Fort Worth gab es zahlreiche Annullierungen, in Austin wurden am Montag alle Flüge gestrichen. In weiten Teilen des Bundesstaats mussten die Anwohner mit Schnee und Eis zurechtkommen. Die Behörden appellierten an alle Bürger, wegen verschneiter und vereister Straßen in ihren Häusern und Wohnungen zu bleiben.

Windräder stehen still

Der Bürgermeister von Houston, Sylvester Turner, forderte alle Bewohner, die noch Strom haben, auf, ihre Heizungen zu drosseln, um das Netz zu stabilisieren. Der örtliche Stromversorger CenterPoint Energy sprach dort von rund 1,2 Millionen Kunden ohne Strom. Die "New York Times" und örtliche Medien berichten, dass ein Teil der Stromausfälle auf eingefrorene Windräder zurückzuführen sei. Windkraft ist in dem Bundesstaat eine wichtige Energiequelle. Bürgermeister Turner forderte die Führung des Bundesstaats auf, die Verantwortung für die "Größenordnung dieser Stromausfälle" zu übernehmen und eine Erklärung vorzulegen.

Die ungewöhnliche Kaltwetterfront soll noch bis mindestens Dienstag andauern und auch Bundesstaaten bis in den Nordosten des Landes betreffen. Eisige Wetterverhältnisse gab es unter anderem in Tennessee, Oklahoma und Kentucky. Örtliche Medien berichten über zahlreiche Verkehrsunfälle. Im Zentrum des Landes hielt sich dem Nationalen Wetterdienst zufolge "kalte arktische Luft". Für die Stadt Lincoln in Nebraska etwa sollten die Temperaturen nach Prognosen über Nacht unter minus 30 Grad fallen.

Auch in Mexiko waren in den Bundesstaaten Nuevo León, Chihuahua, Coahuila, Tamaulipas, Durango und Zacatecas am Montag fast fünf Millionen Haushalte zeitweise ohne Strom, wie der staatliche Stromanbieter CFE erklärte. Bei etwa zwei Drittel der Anschlüsse sei die Versorgung inzwischen wiederhergestellt. Das Frieren von Pipelines habe zu einer Unterbrechung der Gaszufuhr geführt.

Quelle: ntv.de, ino/dpa