Panorama

Monatelange GrausamkeitenFamilie soll Frau in Salzgitter gefoltert haben

24.03.2026, 13:28 Uhr
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Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen noch. (Foto: picture alliance/dpa)

Eine Frau zieht für eine Zeit bei einer Mutter und ihrer Tochter in Salzgitter ein. Zum Dank übernimmt sie Aufgaben im Haushalt. Doch dann entwickelt sich das Zusammenleben für die 32-Jährige zu einem furchtbaren Martyrium.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat in einem besonders schweren Fall von gefährlicher Körperverletzung Haftbefehl gegen drei Personen erlassen. Wie unter anderem der NDR berichtet, geht es bei den Taten um regelrechte Folterungen.

Einer Mutter und ihrer Tochter in Salzgitter wird demnach vorgeworfen, ihre Reinigungskraft immer wieder misshandelt und gequält zu haben. Laut Dokumenten, die dem NDR nach eigenen Angaben vorliegen, sollen sich die Taten im Zeitraum von Ende 2025 bis Mitte März dieses Jahres ereignet haben.

Das 32-jährige Opfer soll in dieser Zeit vorübergehend bei der Mutter und ihrer Tochter gewohnt haben. Aus Dankbarkeit habe die Frau Reinigungsarbeiten im Haushalt übernommen. Mit der Begründung, dass sie wiederholt zu spät zum Dienst erschienen sei und schlechte Arbeit gemacht habe, sei es dann aber zu den Übergriffen auf die 32-Jährige gekommen.

Bildbeweise auf dem Handy

Der 62 Jahre alten Mutter und ihrer 28-jährigen Tochter wird vorgeworfen, die Hausangestellte einzeln und gemeinschaftlich schwer misshandelt, gequält und verstümmelt zu haben. Dem Bericht zufolge habe sich die Haushälterin in zwei Fällen selbst mit einer Rohrzange mehrere Zähne ziehen müssen. Außerdem sollen die Beschuldigten die Zunge der Frau auf ein Brett genagelt, den Bauch der Frau mit einem Bunsenbrenner verbrannt und sie mit einem Baseballschläger, einem Hammer und Fäusten geschlagen haben.

In einigen Fällen soll auch der Ehemann der Mutter an den Misshandlungen beteiligt gewesen sein. Laut NDR soll er dem Opfer mit einem Handy ins Gesicht geschlagen und die Taten teilweise auch gefilmt haben. Auf dem Handy des 49-Jährigen seien entsprechende Bild- und Videodateien gefunden worden. Der Mann ist mehrfach vorbestraft und hat unter anderem wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung bereits Haftstrafen verbüßt.

Der Braunschweiger Oberstaatsanwalt Christian Wolters bestätigte die Festnahme der Beschuldigten, verwies aber darauf, dass die Ermittlungen erst ganz am Anfang stünden. Bisher sei nur klar, dass das Opfer schwerwiegende Verletzungen erlitten habe, sagte er dem NDR. Demnach war der Fall ans Licht gekommen, weil sich die Frau nach den letzten Taten zunächst einer Bekannten anvertraut und anschließend Anzeige bei der Polizei erstattet hatte. Alle Beschuldigten sitzen nun in Untersuchungshaft, dem Vernehmen nach wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr.

Quelle: ntv.de, sba

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