Panorama

Schlag gegen Online-SadistenJugendlicher soll 13-Jährige erpresst und bedroht haben

19.01.2026, 13:52 Uhr
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Die Polizei machte zu dem Alter des Beschuldigten keine Angaben. (Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand)

Über Onlinechats soll ein Jugendlicher aus Baden-Württemberg eine 13-Jährige erpresst haben, ihm sexuelle Inhalte zu schicken. Cyberermittlern zufolge gehört er zu einem Sadistennetzwerk. Sie durchsuchen die Wohnung des Jungen.

Als Teil eines Online-Sadistennetzwerks soll ein Jugendlicher aus Baden-Württemberg ein junges Mädchen über einen Chat erpresst und bedroht haben. Der Junge stehe zudem in Verdacht, in Bad Herrenalb Schmierereien unter anderem mit dem Schriftzug "No Lives Matter" (Kein Leben zählt) hinterlassen zu haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe mit. Der Slogan erinnert an die gleichnamige gewaltverherrlichende Gruppe.

Zuletzt hatten das Landeskriminalamt Baden-Württemberg und Landesinnenminister Thomas Strobl vor den Kanälen und Chat-Gruppen der sogenannten Terrorgram-Szene gewarnt. Ihr verbindendes Element sei weniger eine Ideologie als die Faszination für extreme Gewalt, für Terror und gesellschaftlichen Zusammenbruch.

Nach Angaben des bei der Generalstaatsanwaltschaft eingerichteten Cybercrime-Zentrums Baden-Württemberg soll der Jugendliche im vergangenen Jahr von einem damals 13-jährigen Mädchen aus dem Ausland kinderpornografische Inhalte zugeschickt bekommen haben. Er habe das Mädchen zudem bedroht und aufgefordert, ihm weitere solche Aufnahmen zu übersenden.

Dem Jugendlichen wird außerdem eine Straftat nach dem Waffengesetz vorgeworfen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Sie nannte keine Details zu einem möglichen Haftbefehl oder einem Wohnort des Jugendlichen. Auch das Alter des Verdächtigen wurde nicht bekannt. LKA und Generalstaatsanwaltschaft äußerten sich zudem nicht zur Frage, ob die mutmaßlichen Drohungen erfolgreich waren.

Online-Netzwerk fordert zu Selbstverletzungen auf

Das lose Online-Netzwerk "No Lives Matter" wirbt nach Angaben der Ermittler für Straftaten und fordert zu Selbstverletzungen ebenso auf wie zum Missbrauch von Tieren. Das Ziel der Community sei eine Abschaffung aller gesellschaftlichen Standards, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Die Gruppe "No Lives Matter" gehört nach früheren Angaben von Ermittlern zum weltweit operierenden "Com-Netzwerk". Gruppen in dem Netzwerk werden mit Erpressung, Kinderpornografie und extremer Gewalt in Verbindung gebracht.

Der Fall erinnert auch an den "White Tiger"-Prozess in Hamburg. Ein heute 21-Jähriger steht vor Gericht, weil er Kinder und Jugendliche seit 2021 über das Internet erpresst, misshandelt und in einem Fall in den Suizid getrieben haben soll. Bereits im Oktober vergangenen Jahres wurde in Großbritannien ein 43-jähriger Mann zu 20 Jahren Haft verurteilt, nachdem er eine 14-Jährige mehrfach sexuell missbraucht und sie über Monate mit falschen Profilen in den sozialen Netzwerken terrorisiert und zu Selbstverletzungen aufgerufen hatte.

Quelle: ntv.de, gri/dpa

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