Panorama

Riesiger Waldbrand in Belgien Monschau in NRW bereitet mögliche Evakuierung vor

15.08.2026, 20:16 Uhr
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Qualm breitet sich von dem Waldbrand im Gebiet Hohes Venn aus. (Foto: picture alliance / BELGA)

Belgien hat mit einem der größten Waldbrände seiner Geschichte zu kämpfen. Die Flammen breiten sich nahe der deutschen Grenze weiter aus. Erste belgische Orte werden bereits evakuiert. Nun könnte es auch Bewohner im nordrhein-westfälischen Monschau treffen.

Ein Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutschen Grenze hat sich weiter ausgebreitet und bedroht mehrere Orte in beiden Ländern. So bittet die nordrhein-westfälische Stadt Monschau Bewohner mehrerer Siedlungen, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Betroffen seien die Menschen in Ruitzhof, Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau und Plattevenn, teilte die Stadt an der deutsch-belgischen Grenze auf ihrer Facebook-Seite mit.  

Wenn möglich, sollten Anwohner bei Verwandten oder Freunden unterkommen. Die Einrichtung von Notunterkünften werde vorbereitet. Es handele sich zunächst um eine vorbeugende Maßnahme, hieß es weiter. Auf belgischer Seite sei am Samstag die Evakuierung der Orte Küchelscheid und Leykaul eingeleitet worden. Etwa 600 Menschen wurden laut der Nachrichtenagentur Belga angewiesen, ihre Häuser zu verlassen.

Der in Belgien an der Grenze zu Deutschland wütende Waldbrand betrifft mittlerweile etwa eine Fläche von 2000 Hektar - rund 50 Kilometer entfernt vom Waldbrandgebiet in der deutschen Eifel bei Hürtgenwald. Das berichtet Belga weiter. Zum Vergleich: In der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald von dem Brand betroffen. 

Der Waldbrand im Hohen Venn ist einer größten in der Geschichte Belgiens. Das Feuer war am Freitagnachmittag in dem Waldgebiet nahe der deutschen Gemeinde Monschau ausgebrochen und breitete sich in der Nacht und am Samstag rasch aus. 

Rauch zieht bis Rheinland-Plalz

Die Auswirkungen durch den Rauch sind auch in Rheinland-Pfalz zu spüren. Das Polizeipräsidium Trier teilte mit, aufgrund der Brände in Belgien und Nordrhein-Westfalen in Verbindung mit dem aktuellen Wind und Wetterbedingungen breiteten sich die Rauchwolken seit dem Nachmittag in der Region aus, insbesondere in der Eifel und an der Mosel. An vielen Orten sei deutlicher Brandgeruch wahrzunehmen, teilweise liege Asche in der Luft. "Es sind derzeit keine Flächen- oder Waldbrände im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums bekannt und es droht derzeit keine Gefahr durch diese Brände", hieß es allerdings weiter.  

Wegen des Rauchs wurde zudem eine Kirmes in Wittlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich vorübergehend unterbrochen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier mitteilte. Bei der am Freitag gestarteten Säubrennerkrimes handelt es sich um eines der größten Feste in der Region. 

"Bitte schließen Sie Fenster" 

Laut einer von der Polizei verbreiteten Mitteilung der Kreisverwaltung kommt es im gesamten Kreisgebiet Bernkastel-Wittlich zu einer starken Rauchentwicklung durch den Brand in Belgien. Es komme zu Sichtbehinderungen und Geruchsbelästigungen durch Brandgase. "Bitte schließen Sie Fenster, Türen, und schalten sie Lüftungs- und Klimageräte aus", hieß es. Der Rauch sei auch in Trier angekommen, sagte der Polizeisprecher. Es rieche nach Brand und sei diesig. 

Ein AFP-Journalist, der in Begleitung von Einsatzkräften das Brandgebiet in Belgien betreten konnte, sah dort eine riesige Fläche mit verkohlter Vegetation. Dichter Rauch hing in der Luft. "Wenn man sieht, wie es heute Morgen aussah und wie es jetzt aussieht, kann man nur schockiert sein", sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin, der sich vor Ort ein Bild von der Lage machte. 

Länder und Landwirte unterstützen Löscharbeiten

Nach Angaben des belgischen Verteidigungsministeriums wurden vier Löschflugzeuge der neuesten Generation mobilisiert. Auch zahlreiche Landwirte machten sich auf den Weg, um die Feuerwehr zu unterstützen. Zudem wurde Verstärkung aus Deutschland und anderen EU-Ländern mobilisiert. EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib erklärte im Onlinedienst X, zwei Hubschrauber aus den Niederlanden, ein weiterer aus Tschechien sowie zwei Löschflugzeuge aus Schweden seien auf dem Weg nach Belgien. 

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Seit Freitag wütet das Feuer in Belgien. (Foto: picture alliance / BELGA)

Auf der anderen Seite der Grenze breitete sich der Waldbrand in der nordrhein-westfälischen Eifel nahe Hürtgenwald über Nacht nicht weiter aus. 1800 Einsatzkräfte kämpften dort unter anderem mit Löschhubschraubern gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland. Der am Freitag evakuierte Ortsteil Gey blieb aus Sicherheitsgründen vorerst geräumt. 

In Europa wüten Dutzende Waldbrände  

Auch im Südwesten Frankreichs und auf dem Balkan kämpfen die Einsatzkräfte weiter gegen Waldbrände. Am Donnerstag war ein Waldbrand in der Nähe des französischen Dorfes Luglon ausgebrochen und vernichtete seither mindestens 1580 Hektar Vegetation. 650 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In der Region südlich von Bordeaux hatte ein riesiger Waldbrand Ende Juli bereits mehr als 40.000 Hektar Vegetation zerstört, rund 220.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. 

In Spanien wüten die Flammen in der Region Aragonien weiter. Dort vernichtete ein Feuer inzwischen 15.000 Hektar Wald. Die Feuerwehrleute haben die Flammen nach eigenen Angaben aber ausgebremst, sodass sie sich vorerst nicht weiter auf Wohngebiete und zwei alte Klöster zubewegen. 18 Dörfer bleiben weiterhin evakuiert. 

In Kroatien brachten Feuerwehrleute zwei größere Brände unter Kontrolle. Auf der Insel Dugi kämpften sie mit zwei Löschflugzeugen die ganze Nacht lang gegen die Flammen in einem Kiefernwald, die auf Wohngebiete zurückten. Die Behörden ermitteln unterdessen zur Ursache für einen schweren Brand in der Region Omis im Süden der Küstenstadt Split. Dort war in der Nacht zum Freitag ein Mensch in den Flammen ums Leben gekommen. Rund 40 weitere Menschen wurden verletzt, zehn von ihnen mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Anwohner vermuteten eine "kriminelle Ursache" hinter dem Brand. 

Im Nachbarland Serbien zählten die Behörden an diesem Samstag 25 aktive Brände. Der größte hat sich in den vergangenen Tagen auf eine Fläche von 2500 Hektar ausgebreitet. Im Naturschutzgebiet der Banater Sandwüste rund 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Belgrad kämpften rund 300 Einsatzkräfte gegen die Flammen. 

Auch in Griechenland blieb die Waldbrandgefahr wegen heftiger Windböen hoch. Innerhalb von 24 Stunden brachen in dem Land mehr als 50 Brände aus, die meisten von ihnen konnten nach Angaben der Feuerwehr rasch gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden. 

Mehrere Hitzewellen haben in den vergangenen Wochen und Monaten in ganz Europa die Wälder und Böden ausgetrocknet, sodass die Waldbrandgefahr fast überall hoch ist. In Teilen Europas soll es in den kommenden Tagen aber vorerst abkühlen. Die Hitzewellen und Dürren werden durch den menschengemachten Klimawandel häufiger und intensiver. 

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP

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