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Auch Spezialeinsatzkräfte der Polizei sind vor Ort.
Auch Spezialeinsatzkräfte der Polizei sind vor Ort.(Foto: dpa)
Samstag, 07. April 2018

Täter erschießt sich: Münster: Transporter fährt in Menschenmenge

Im westfälischen Münster fährt ein Transporter in eine Menschenmenge. Es gibt mehrere Tote und etliche Verletzte. Auch der mutmaßliche Täter ist tot - er erschießt sich selbst. Laut Medienberichten gibt es keinen extremistischen Hintergrund.

In der Innenstadt von Münster ist ein Kleintransporter in eine Menschengruppe gefahren. Nach Angaben der Polizei starben drei Menschen. Darunter sei auch der mutmaßlicher Täter, hieß es. Der Fahrer des Fahrzeugs habe sich im Fahrzeug erschossen, hatte die Polizei bereits zuvor mitgeteilt. 20 Menschen wurden demnach verletzt, 6 von ihnen schwer. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Die Polizei ermittelt "in alle Richtungen".

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Medienberichten zufolge soll der Vorfall keinen extremistischen Hintergrund haben. Beim mutmaßlichen Täter handle es sich um einen psychisch auffälligen Deutschen, berichteten "Süddeutsche Zeitung", WDR und NDR. Die Wohnung des Manns werde nach Sprengstoff durchsucht, hieß es. Nach ZDF-Informationen war der Täter Deutscher, der Transporter sei auf ihn zugelassen gewesen. Der Mann soll vor kurzer Zeit einen Selbstmordversuch unternommen haben. Auch die Deutsche Presse-Agentur berichtete, es handle sich möglicherweise um einen psychisch labilen Einzeltäter. Demnach gebe es Hinweise darauf, dass es sich um einen Deutschen handelt.

Polizei und Feuerwehr sind mit einem Großaufgebot im Einsatz.
Polizei und Feuerwehr sind mit einem Großaufgebot im Einsatz.(Foto: picture alliance / -/dpa)

Laut Polizei gibt es nach dem Vorfall Gerüchte, wonach zwei weitere Menschen aus dem Transporter gesprungen und geflüchtet seien könnten. Das sei aber nicht sicher und müsse nun verifiziert werden, sagte ein Sprecher. Zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, dass die Gefahr gebannt sei. Es werde nicht nach weiteren Verdächtigen gesucht, hieß es.

In dem Kleinlastwagen, der in die Menge fuhr, fand die Polizei einen verdächtigen Gegenstand. Deshalb wurde der Tatort weiträumig abgesperrt. Um was für einen Gegenstand es sich handele und ob davon eine Gefahr ausgehe, müsse nun geklärt werden, sagte ein Sprecher.

Die Bundesregierung sprach ihr Mitgefühl aus. "Furchtbare Nachrichten aus Münster", teilte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer über Twitter mit. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen." NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sprach von einem traurigen und schrecklichen Tag. Seine Gedanken und Gebete seien bei den Angehörigen der Toten und Schwerverletzten in Münster.

Viele Polizisten in der Stadt

Der Oberbürgermeister von Münster, Markus Lewe, sagte: "Ganz Münster trauert über dieses schreckliche Ereignis. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Getöteten. Den Verletzten wünschen wir schnelle und baldige Genesung." Lewe dankte den Einsatzkräften für ihre Arbeit. Die Polizei richtete unter der Nummer 08003040303 ein Hinweistelefon ein, bei dem sich Zeugen des Vorfalls melden können.

Wegen einer angekündigten Kurden-Demonstration waren viele Polizisten zum Tatzeitpunkt in der Innenstadt. Diese seien gleich zum Tatort geeilt, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Demonstration sei für 15.30 Uhr angekündigt gewesen, der Vorfall ereignete sich etwa zur gleichen Zeit. Es gebe bislang keine Informationen, ob ein Zusammenhang zwischen der Demonstration und dem Zwischenfall bestehen könnte.

Die Innenstadt von Münster wurde teilweise abgeriegelt. Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei waren im Einsatz. Die Polizei rief auf Twitter dazu auf, den Bereich zu meiden. Die Lage sei weiter "unübersichtlich". Es gebe einen Großeinsatz an der Gaststätte Kiepenkerl, twitterte die Behörde.

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Quelle: n-tv.de