Panorama

Die spektakulärsten Kunstraube Museen immer wieder Ziel von Kriminellen

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In Dresden verschwanden über Nacht kostbare Juwelen aus den Vitrinen.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Berlin ist die Polizei gerade auf der Spur der Kunsträuber von Dresden. Sie stehlen vergangenes Jahr Juwelen aus dem Grünen Gewölbe und sind beileibe nicht die ersten Kriminellen, die sich an Kunstschätzen vergriffen haben.

Gut ein Jahr ist es her, dass bei einem Einbruch in das historische Grüne Gewölbe in Dresden kostbare Juwelen gestohlen werden. Aktuell findet in Berlin eine Razzia im Zusammenhang mit diesem Raub statt.

Der polizeibekannte Remmo-Clan steht im Verdacht, seine Finger im Spiel zu haben. Drei Männer wurden bereits verhaftet, nach zwei Remmo-Brüdern wird noch gefahndet. Und das war beileibe nicht der erste große Kunstraub, der ein Museum erschütterte. Wir haben für Sie einige der größten Verbrechen dieser Art im Überblick.

18. März 1990: Der Einbruch in das Gardner Museum in Boston gilt als größter Kunstraub der Geschichte. Die als Polizisten verkleideten Täter lassen sich das Museum nachts von zwei Wachmännern aufschließen und nehmen 13 Gemälde mit, unter anderem von Degas, Rembrandt und Manet. Deren Wert wird auf 500 Millionen Dollar geschätzt. Obwohl das Museum eine Belohnung von zehn Millionen Dollar auslobt, sind die Bilder bis heute verschwunden.

7. Dezember 2002: Aus dem Van Gogh Museum in Amsterdam werden zwei Gemälde des niederländischen Künstlers gestohlen. Die Täter werden bald gefasst, sie verraten aber nicht, wo sich die wertvollen Kunstwerke befinden. Erst im September 2016 finden italienische Ermittler die Bilder bei einer Drogenrazzia im Haus eines Mafioso bei Neapel.

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Munchs "Der Schrei" hängt seit 2008 wieder an seinem Platz.

(Foto: picture alliance / dpa)

22. August 2004: Zwei Gemälde des Malers Edvard Munch werden aus dem Munch Museum in Oslo entwendet. Es handelt sich um ein Exemplar von "Der Schrei" und das Bild "Die Madonna" mit einem Gesamtwert von 80 Millionen Euro. Beide Kunstwerke werden 2006 beschädigt wiederentdeckt, seit 2008 sind sie wieder in dem Museum zu sehen.

25. Februar 2006: Während des Karnevals werden Kunstwerke von Dalí, Matisse, Picasso und Monet aus einem Museum in Rio de Janeiro gestohlen. Die Bilder mit einem geschätzten Gesamtwert von 54 Millionen Euro sind bis heute nicht wiedergefunden worden.

5. August 2007: Aus dem Musée des Beaux-Arts in Nizza stehlen Diebe zwei Werke von Bruegel, eines von Sisley sowie ein besonders wertvolles Bild von Monet. Ein Jahr später werden die Kunstwerke wiederentdeckt, fünf Männer werden festgenommen und im Dezember 2011 zu Haftstrafen verurteilt.

10. Februar 2008: Vier Gemälde von Monet, Van Gogh, Degas und Cézanne werden aus der Sammlung E.G. Bührle in Zürich gestohlen. Ihr Wert liegt bei insgesamt 112 Millionen Euro, nur der Monet und der Van Gogh tauchen wieder auf.

20. Mai 2010: Aus dem Museum für Moderne Kunst in Paris werden fünf Werke von Matisse, Picasso, Modigliani, Georges Braque und Fernand Léger gestohlen. Im September 2011 werden drei Verdächtige festgenommen, doch die Kunstwerke mit einem Gesamtwert von über 100 Millionen Euro bleiben verschwunden.

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"Die Mohnblumen" sind bis heute verschwunden.

(Foto: picture alliance / dpa)

21. August 2010: Am hellichten Tag wird Van Goghs Gemälde "Die Mohnblumen" aus dem Museum Mahmud Chalil in Kairo gestohlen. Ein Unbekannter schneidet das auf 55 Millionen Dollar geschätzte Werk mit einem Teppichmesser aus dem Rahmen. Es bleibt unauffindbar.

16. Oktober 2012: In der Kunsthalle von Rotterdam werden sieben Meisterwerke gestohlen, darunter Gemälde von Pablo Picasso, Henri Matisse, Claude Monet und Paul Gauguin. 2014 werden vier Rumänen verurteilt, 2018 taucht ein gestohlener Picasso in Rumänien wieder auf.

19. November 2015: Bei einem Raubüberfall auf das Castelvecchio-Museum in Verona werden 15 wertvolle Gemälde gestohlen, darunter Meisterwerke von Rubens und Tintoretto. Die Diebe knebeln einen Wachmann und eine Kassiererin und entkommen mit den Gemälden. Das Museum schätzt deren Gesamtwert auf 15 Millionen Euro.

27. März 2017: Aus dem Bode-Museum auf der Berliner Museumsinsel wird eine hundert Kilogramm schwere Goldmünze gestohlen. Die Polizei vermutet, dass die kanadische Sonderprägung namens "Big Maple Leaf" zertrümmert, eingeschmolzen und das Gold verkauft wurde. Mehrere Verdächtige wurden ermittelt, drei junge Männer für die Tat im Februar zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Quelle: ntv.de, nan/AFP