Panorama

Schwere Covid-19-Erkrankung Mutter von Clanchef Abou-Chaker gestorben

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Im Prozess wird Arafat Abou-Chaker vorgeworfen, Bushido bedroht und erpresst zu haben.

(Foto: imago images/Olaf Wagner)

Am Montag wird der Prozess gegen den Berliner Clanchef Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder überraschend unterbrochen. Der Mutter der Angeklagten gehe es schlecht, heißt es. Noch in der Nacht stirbt sie.

Die Mutter des Berliner Clan-Chefs Arafat Abou-Chaker ist nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Der Tod sei bestätigt worden, schreibt das Blatt, ohne die Quelle anzugeben. Am Montag war der Prozess gegen Abou-Chaker und drei seiner Brüder vor dem Landgericht Berlin schon nach wenigen Minuten unterbrochen worden.

Zur Begründung hieß es, der Richter habe einem Antrag der Verteidigung auf Unterbrechung stattgegeben. Gerichtssprecherin Lisa Jani erläuterte am Rande des Prozesses, der Mutter der Angeklagten gehe es sehr schlecht. In der Nacht zu Dienstag postete Arafat Abou-Chaker bei Instagram ein Bild, das auf den Verlust hindeuten könnte. Es handelt sich offenbar um ein Zitat aus dem Koran mit einer brennenden Kerze.

Der Prozess wird laut Gerichtsangaben am 30. September fortgesetzt. Dann soll zunächst die Zeugenbefragung des Rappers Bushido fortgeführt werden. Der 41-jährige Rapper, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt, ist in dem Prozess Nebenkläger und Zeuge. Er soll laut Anklage im Dezember 2017 und Januar 2018 bedroht, beschimpft, eingesperrt und mit einer Wasserflasche sowie einem Stuhl attackiert worden sein. Der 44-jährige Hauptangeklagte und Bushido galten einst als Partner im Musikgeschäft. Bushido hatte bereits an mehreren Prozesstagen als Zeuge ausgesagt.

Ungleiche Geschäftsbeziehung

Er verglich seine Beziehung zu dem Clanchef mit einer Zwangsheirat und sprach von unfreiwilligen Zahlungen an den Clanchef. Es sei auch zu mehreren gemeinsamen Immobiliengeschäften gekommen. Erste Kontakte zu Abou-Chaker gab es laut Bushido bereits 2004. Der Clanchef habe ihm geholfen, als sein damaliges Plattenlabel einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen sollte. Abou-Chaker habe einem der Gesellschafter eine Ohrfeige verpasst und ihn am Ohr gepackt.

Laut Anklage kam es zu den Straftaten, nachdem Bushido 2017 die Geschäftsbeziehungen aufgelöst hatte. Arafat Abou-Chaker habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido eine Millionenzahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert. Die Anklage lautet auf versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Untreue. Drei Brüder des Clanchefs sind als Gehilfen oder Mittäter mitangeklagt. Bisher haben die Männer zu den Vorwürfen geschwiegen.

Quelle: ntv.de, sba/dpa