Panorama

Nach Kritik an Altkanzler Schröder-Kim hofft auf Dialog mit Russland

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Hat Einfluss auf ihren Mann - denkt aber wie er: Die Schröders bei der Verleihung des Deutschen Elite-Mittelstandspreises 2021.

(Foto: picture alliance/dpa)

Gerhard Schröder steht seit Langem wegen seiner Verbindungen nach Russland in der Kritik. Nun äußert sich seine Frau Soyeon Schröder-Kim auf Instagram. Um dann den Post gleich wieder zu löschen.

Viele Menschen sind enttäuscht von Altkanzler Gerhard Schröder und suchen den Kontakt über seine Frau Soyeon Schröder -Kim, die sich auf Instagram regelmäßig mit kleinen Geschichten aus der hannoverschen Rentneridylle meldet. Aber Fotos vom Meisenknödel-Aufhängen oder solidarisch vor der Currywurst-Bude-rumstehen reichen nicht, die Follower wollen mehr: Sie wollen, dass Schröder mit Putin redet. Dazu Soyeon Schröder-Kim: "Viele Menschen haben sich (...) bei mir persönlich gemeldet, ob mein Mann nicht mit Herrn Putin über den Krieg in der Ukraine reden könnte." Dabei macht sie klar, dass auch sie der Meinung ist, dass der Krieg und das damit verbundene Leid für die Menschen in der Ukraine schnellstmöglich beendet werden muss, lenkt aber ein: "Das ist eindeutig die Verantwortung der russischen Regierung."

Und erklärt: "Mit Blick auf die Zukunft gilt, dass die verbliebenen politischen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Verbindungen, die zwischen Deutschland und Russland bestehen, nicht gekappt werden. Denn diese sind - trotz der gegenwärtig dramatischen Lage - die Basis für eine Hoffnung, die wir alle haben: dass ein Dialog über Frieden und Sicherheit auf unserem Kontinent wieder möglich wird." Das klingt gut, fast so schön wie die bundespräsidiale Neujahrsansprache, die beide gepostet hatten. Mittlerweile hat Schröder-Kim den Instagram-Post wieder gelöscht.

Ex-Kanzler Gerhard Schröder soll sich jetzt beweisen!

Aber selbst den Wohlgesonnensten in der Followerschaft der fünften Ehefrau des ehemaligen Bundeskanzlers platzt langsam der Kragen: "Nein, das reicht einfach nicht", ist dabei noch eine recht harmlose Replik. "Ich stand lange hinter Ihnen und Ihrem Mann und man konnte viel mit Geduld und Diplomatie begründen. Wer sich jedoch als Altkanzler in der Öffentlichkeit nicht von Russland distanziert, was mit den beiden Aufsichtsratsposten der Fall ist, der ist auf der russischen Seite", schreibt ein ehemaliger Fan der beiden. Es gibt auch Zustimmung, dass man die Verbindungen nicht komplett lösen sollte, aber auch noch schärfere Kritik: "Der Altkanzler kann sich ja jetzt beweisen, nachdem er als Bundeskanzler versagt hatte!"

Vor knapp einer Woche hatte sich Soyeon Schröder-Kim fast wortgleich zum Angriff Russlands auf die Ukraine geäußert. Der SPD-Politiker gilt als langjähriger Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin, ist Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft und hat auch Führungspositionen bei den Pipeline-Projekten Nord Stream und Nord Stream 2. Am vergangenen Donnerstag hatte er die Regierung in Moskau im Online-Netzwerk LinkedIn aufgefordert, den Krieg in der Ukraine zu beenden. Von persönlichen Konsequenzen war aber nicht die Rede.

Quelle: ntv.de, soe

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