Panorama

Fast 315.000 neue Corona-Fälle Neuinfektionen in Indien auf Welt-Höchststand

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Neue Betten für Covid-19-Patienten in einer Sporthalle in der Millionenstadt Guwahati im Osten Indiens.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Die Corona-Pandemie entwickelt in Indien eine bisher ungekannte Dynamik: Die täglich gemeldeten Neuinfektionen schießen in die Höhe. Zuletzt werden fast 315.000 neue Fälle gemeldet - weltweit der höchste Tageswert in einem Land seit Beginn der Pandemie. Die Ursache könnte auch Sorglosigkeit sein.

Indien ist neuer Spitzenreiter bei den weltweiten Corona-Neuinfektionen an einem Tag. In den vergangenen 24 Stunden wurden 314.835 Corona-Fälle erfasst, wie aus Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums vom heutigen Donnerstag hervorgeht. Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) hat bislang kein Land so viele Infektionen an einem Tag erfasst. Demnach hielten die USA mit rund 300.000 Fällen am 2. Januar 2021 den bisherigen Rekord.

In absoluten Zahlen hat Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern knapp 16 Millionen Infektionen erfasst. Dabei dürfte die Dunkelziffer laut Experten noch deutlich höher liegen. Das Land ist damit hinter den USA am härtesten von der Pandemie betroffen. Die USA haben insgesamt 31 Millionen Infektionen gemeldet. Mehr als 184.000 Menschen starben in Indien nach offiziellen Zahlen in Verbindung mit dem Coronavirus. Die Dunkelziffer, also die Zahl nicht erfasster Fälle, unterscheidet sich von Land zu Land stark.

Die Gesundheitsversorgung in mehreren Teilen Indiens ist am Limit. Im ganzen Land versuchen Menschen verzweifelt, Krankenhausbetten, medizinischen Sauerstoff und Medikamente für ihre Verwandten zu finden. Gesundheitsminister Harsh Vardhan kündigte am Mittwochabend an, dass die Zentralregierung dafür sorgen werde, dass besonders betroffene Gebieten, darunter auch die Hauptstadt Neu-Delhi und die Finanzmetropole Mumbai, mehr medizinischen Sauerstoff erhielten.

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Die Corona-Zahlen nehmen in Indien seit Wochen immer schneller zu. Schuld daran dürfte eine verbreitete Sorglosigkeit sein. Es gab lange Massenveranstaltungen für anstehende Regionalwahlen und religiöse Feste, bei denen Menschen keine Masken trugen und keinen Abstand hielten.

Auch Virusmutationen dürften eine Rolle spielen. Die indische Variante B.1.617 steht bei der Weltgesundheitsorganisation unter Beobachtung. Auch in Deutschland wurden bereits einige Infektionen mit dieser Variante registriert.

Quelle: ntv.de, kst/dpa

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