Panorama

Entwicklung bundesweit positiv Nur noch sechs Städte reißen Stickoxidgrenze

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Die Stadt Wuppertal, wo diese Messstation steht, hat 2020 den Grenzwert für Stickstoffdioxid nicht überschritten.

(Foto: picture alliance / Jochen Tack)

Seit 1999 wird hierzulande die Belastung von Städten durch Stickstoffdioxid gemessen. Seither gibt es positive Entwicklungen, die Luft wird vielerorts besser. Aber noch immer überschreiten sechs Städte die Grenzwerte der EU. Dabei müssten die bereits seit vielen Jahren eingehalten werden.

Im vergangenen Jahr haben nur noch sechs Städte die Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) überschritten. Daten des Umweltbundesamtes zufolge lagen 2020 München mit im Jahresmittel 54 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft, Ludwigsburg mit 47 Mikrogramm, Limburg (44 Mikrogramm), Stuttgart (43 Mikrogramm) sowie Darmstadt und Hamburg mit jeweils 41 Mikrogramm oberhalb des Grenzwertes. Bundesweit sollen laut Bundesregierung nur noch an drei bis vier Prozent der Messstationen die Grenzwerte überschritten worden sein. 2018 war das noch in fast der Hälfte der Fälle (42 Prozent) so.

In der EU vorgeschrieben ist bei NO2 ein Grenzwert von 40 Mikrogramm im Jahresmittel. Noch 2018 war dieser Wert in 57 deutschen Städten zum Teil erheblich überschritten worden, 2019 dann in 25 Städten. Die Belastung der Luft mit NO2, die in Ballungsgebieten laut Umweltbundesamt zum großen Teil von Dieselautos stammt, hatte in den vergangenen Jahren zu zahlreichen juristischen Auseinandersetzungen um Luftreinhaltepläne und hitzigen Fahrverbotsdebatten geführt.

Niedrigster Wert seit Beginn der Messungen

"Die Luft in den Städten wird sauberer, die Entwicklung geht in die richtige Richtung und das ist erfreulich", erklärte der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner. "Allerdings: Der bereits 1999 beschlossene Grenzwert zum Schutz der Gesundheit hätte seit 2010 eingehalten werden müssen", fügte er hinzu. Dennoch handelt es sind für die geringsten gemessenen Stickoxidwerte seit Beginn der Messungen.

Vorläufige NO2-Daten hatte die Behörde bereits Mitte Februar vorgelegt und als Gründe für die Verringerung der Luftbelastung unter anderem Softwareupdates und sauberere Fahrzeuge im Zuge einer Flottenerneuerung angeführt. Ein durch die Corona-Pandemie bedingter Rückgang des Straßenverkehrs im Frühjahr 2020 fiel auf das gesamte Jahr betrachtet nach Angaben des Umweltbundesamtes hingegen kaum ins Gewicht. Lediglich in der ersten Corona-Welle im Frühjahr habe die Mobilität sich derart reduziert, dass die Stickoxidwerte zweitweise um 20 bis 30 Prozent zurückgegangen seien. Diese Phase habe aber nur etwa vier Wochen angedauert und falle im Gesamtjahr nicht weiter ins Gewicht.

Quelle: ntv.de, als/AFP

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