Panorama

Abschlussbericht in Lügde-Fall Opfer mussten andere Kinder missbrauchen

34d8533cc274a8d89d7f19a856ca73b6.jpg

41 Opfer haben sich bereits im Lügde-Fall gemeldet.

(Foto: dpa)

Im Missbrauchsfall von Lügde legen die Ermittler ihren Abschlussbericht vor. Darin heißt es einer Recherche zufolge, dass die mutmaßlichen Täter ihre minderjährigen Opfer angeleitet haben sollen, wie sie andere Kinder missbrauchen.

Nach der Missbrauchsserie auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Ort Lügde haben die Ermittler ihren Abschlussbericht offenbar an die Staatsanwaltschaft übergeben. Wie das "Westfalen-Blatt" in seiner Montagsausgabe berichtet, kam bei den Ermittlungen zutage, dass mehrere Opfer gezwungen wurden, ihrerseits andere Kinder sexuell zu missbrauchen. In den kommenden Tagen dürften nun erste Anklagen erhoben werden.

Der Hauptbeschuldigte soll dem Bericht der Ermittler zufolge 28 Kinder missbraucht haben, sein Komplize 18. Wie die Zeitung weiter berichtet, waren einige Vergewaltigungsopfer noch kleine Kinder. Einer der beiden Männer soll zudem einige seiner Opfer auf dem Campingplatz gezwungen haben, ihrerseits andere Kinder zu missbrauchen. Dabei soll er sie angeleitet und gefilmt haben.

Zu den frühesten Missbrauchsfällen des Hauptbeschuldigten soll es bereits in den 90er Jahren gekommen sein. Sie sind inzwischen verjährt. Bislang sind 41 Opfer identifiziert. Die meisten der betroffenen Kinder waren zur Tatzeit zwischen drei und 14 Jahre alt. Wie das "Westfalen-Blatt" weiter berichtet, wird die Staatsanwaltschaft Detmold aufgrund der jetzt vorgelegten Unterlagen voraussichtlich in dieser Woche erste Anklagen erheben.

Hauptbeschuldigter will "Taten schnell aufklären"

Am Freitag hatte der Hauptverdächtige erstmals Angaben gegenüber den Ermittlern gemacht. Der Verteidiger des Hauptbeschuldigten habe "eine Einlassung eingereicht", die allerdings "nicht die eigene Tatbeteiligung betrifft", teilten die Polizei Bielefeld und die Staatsanwaltschaft Detmold mit. Darüber hinaus habe der 56-Jährige "keine Angaben zur Sache gemacht". Mit Blick auf die laufenden Ermittlungen gaben die Behörden keine konkreteren Auskünfte.

Die "Neue Westfälische" zitierte den Verteidiger des 56-Jährigen, sein Mandant sei bereit, "die Taten schnell aufzuklären". Von ihm sei auch der Hinweis auf den 21-Jährigen gekommen, gegen den seit Kurzem wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs ebenfalls Ermittlungen aufgenommen wurden.

Dem 56-jährigen Dauercamper und einem 33 Jahre alten Komplizen wird vorgeworfen, die Kinder über Jahre hinweg missbraucht und dabei gefilmt zu haben. Die beiden Männer und ein inzwischen 49-Jähriger aus dem niedersächsischen Stade sitzen in Untersuchungshaft. Zudem wird gegen weitere fünf Beschuldigte wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs, des Besitzes von kinderpornografischem Material oder Strafvereitelung ermittelt.

Quelle: n-tv.de, lsc/AFP/dpa

Mehr zum Thema