Nach Sanierung des Grabmals Otto der Große findet in Magdeburg erneut letzte Ruhestätte

Seit mehr als 1000 Jahren ruht der Begründer des Heiligen Römischen Reiches im Magdeburger Dom. In den vergangenen Monaten wurde das Grabmal Otto l. restauriert. In einer feierlichen Zeremonie werden die Gebeine nun erneut beigesetzt. Kulturminister Weimer ehrt den mittelalterlichen Kaiser.
Kaiser Otto der Große ist im Magdeburger Dom nach der Sanierung seines bröckelnden Grabmals feierlich wieder beigesetzt worden. Seine Gebeine ruhen nun in einem neuen Titansarg, den die Künstlerin Silke Trekel gestaltet hat. Der Sarg des Kaisers wurde im Anschluss an einen ökumenischen Gottesdienst und einen Festakt in den Steinsarkophag gesenkt, auf den später wieder eine Marmorplatte gelegt wird.
Zur Wiederbeisetzung waren geladene Gäste und auch viele interessierte Bürgerinnen und Bürger gekommen. In einer langen Schlange warteten die Menschen darauf, am Sarg vorbeidefilieren zu können. In den vergangenen Monaten wurde Ottos Grabmal saniert. Zuvor waren erhebliche Schäden festgestellt worden, die Standfestigkeit war Experten zufolge in Gefahr.
Wissenschaftler nutzten die Gelegenheit und untersuchten die Überreste im ebenfalls stark geschädigten Holzsarg innerhalb des Steinsarkophags. Zu den Ergebnissen gehört, dass es sich tatsächlich um die Gebeine des Kaisers handelt. Landesarchäologe Harald Meller sagte, weitere Forschungen mit Kooperationspartnern weltweit dauerten noch mehrere Jahre, es seien verschiedene archäologische, medizinische und naturwissenschaftliche Disziplinen beteiligt.
"Sie haben europäisch gedacht und gehandelt"
Der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, sprach den Kaiser in seiner Festrede direkt an: "Sehr verehrte Majestät". "Wir schreiben Ihre Geschichte zu Ende und unsere Geschichte voran." Weimer würdigte ihn als Europäer. "Sie haben europäisch gedacht und gehandelt." Das Reich habe sich von der Nordsee bis zum Mittelmeer erstreckt. "Dieses Reich mit ganz unterschiedlichen Völkern haben Sie geeint." Weimer sagte weiter: "Wenn Sie aus Magdeburg eine Wiege der Deutschen gezimmert haben, so steht diese Wiege von Anfang an im Herzen Europas."
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze sagte, Ottos Erbe sei ein großes Geschenk und "eine Verantwortung für unser Land und unsere Geschichte". "Als Landesregierung werden wir es bewahren, lebendig halten und seine Bedeutung für Kultur und Tourismus noch stärker sichtbar machen."
Otto I., auch Otto der Große genannt, ist eine zentrale Figur der europäischen Geschichte. Er stammte aus dem Geschlecht der Liudolfinger und wird als der Neubegründer des Kaisertums in Nachfolge des antiken Römischen Reiches angesehen. Magdeburg erhob er im Jahr 968 zum Erzbistum. Die Stadt an der Elbe erlebte einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung.