Panorama

War B. auf "Boystown" aktiv? Paraguay meldet neue Spur zu "Maddie"

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Am 12. Mai wäre Maddie 18 Jahre alt geworden.

(Foto: picture alliance / empics)

Im April sprengt die Polizei ein weltweites Kinderpornografie-Netzwerk namens "Boystown". Die mutmaßlichen Drahtzieher sind Deutsche, einer von ihnen lebt in Paraguay. Die dortigen Behörden teilen nun mit: Anscheinend hatte er Kontakt zum mutmaßlichen Mörder von "Maddie" McCann.

Es gibt möglicherweise eine neue Spur im Fall der seit vielen Jahren verschwundenen Madeleine "Maddie" McCann. Die Polizei in Paraguay hat einen Deutschen festgenommen, der Kontakt zum vorbestraften und bereits inhaftierten Sexualstraftäter Christian B. gehabt haben soll. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hält B. für den Entführer und Mörder des Mädchens.

Bei dem in Paraguay festgenommenen Deutschen handelt es sich um einen 58-Jährigen, der gemeinsam mit drei anderen Männern das weltweite Kinderpornografie-Netzwerk "Boystown" betrieben haben soll. Er wurde Anfang Mai auf Grundlage eines internationalen Haftbefehls verhaftet. Nach Angaben der Zeitung "Dailyrecord" ist der Leiter der paraguayischen Anti-Kidnapping-Abteilung nach einer Analyse von IP-Adressen überzeugt, dass der 58-Jährige mit B. in Verbindung stand: "Wir glauben, dass es Elemente gibt, mit denen unsere Sicherheitsbehörden zur Klärung des Falles Madeleine beitragen könnten", zitiert das Blatt Nimio Cardozo.

Demnach haben die paraguayischen Behörden ihre Erkenntnisse bereits an die deutsche Justiz weitergeleitet. Der 58-Jährige ist in dem südamerikanischen Land wegen Kinderpornografie angeklagt und wartet derzeit in Haft auf seinen Prozess.

Die Darknet-Plattform "Boystown" soll zuletzt mehr als 400.000 Mitglieder gehabt haben und international ausgerichtet gewesen sein. Unter den geteilten Bild- und Videoaufnahmen sollen sich auch Aufnahmen von schwerstem sexuellen Missbrauch von Kleinkindern befunden haben.

Beweise reichen für Anklage nicht aus

Die damals dreijährige Maddie war am 3. Mai 2007 aus einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve verschwunden, während ihre Eltern in einem Restaurant zu Abend aßen. Trotz großangelegter internationaler Fahndungen wurde der Fall nie aufgeklärt, von dem Mädchen fehlt bis heute jede Spur.

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Im vergangenen Juni hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig überraschend Mordermittlungen gegen B. eingeleitet. Die Ermittler schließen zudem nicht aus, dass er in weitere, bisher nicht aufgeklärte Fälle verwickelt sein könnte. Für eine Anklage reichen die Beweise den Angaben zufolge bisher aber nicht aus.

Vor wenigen Tagen, am 12. Mai, hätte Maddie ihren 18. Geburtstag gefeiert. Ihre Eltern hoffen noch immer auf ein Wiedersehen, "auch wenn die Hoffnung noch so gering sei", wie sie Anfang des Monats in einem Interview erklärten. Obwohl das Mädchen schon seit 14 Jahren verschwunden ist, behandeln die britischen Ermittler ihren Fall weiter als aktiven Vermisstenfall.

Quelle: ntv.de, chr

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