Panorama

Rosa Zonen in Berliner Park Parkmanager markiert Plätze für Drogendealer

120090029.jpg

Drogendealer im Görlitzer Park sollen nur noch an rosa-farbigen Markierungen handeln.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wegen vieler Drogendealer hat der Görlitzer Park in Berlin einen üblen Ruf. Um den flächendeckenden Handel einzudämmen, haben der Parkmanager und der Baustadtrat eine Idee. Die Hauptstadtopposition reagiert fassungslos.

Drogendealer im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg sollen jetzt in kleinen Bereichen stehen, die mit rosa Sprühfarbe markiert sind. Die Idee des Parkmanagers löste ein empörtes Echo bei den Berliner Oppositionsparteien CDU und FDP aus. Der CDU-Fraktionschef bezeichnete den Schritt als "Einladung zum Rechtsbruch".

Wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) berichtete, seien an einem Parkeingang schmale Flächen farbig markiert worden, an denen jeweils zwei Dealer stehen können. Der Parkmanager des "Görli", Cengiz Demirci, sagte dem Bericht zufolge, es gehe nicht um eine Legalisierung des Drogenverkaufs, vielmehr sollten die anderen Parkbesucher weniger gestört werden. Viele Menschen fühlten sich demnach am Parkeingang durch ein Spalier von Menschen bedrängt.

Der zuständige Baustadtrat Florian Schmidt sagte dem RBB, Drogenverkauf könne immer nur verschoben werden. Eine Verbannung der Dealer aus dem Görlitzer Park hätte zur Folge, dass der Drogenhandel dann an anderer Stelle stattfinde, so der Grünen-Politiker. "Man muss mit den Realitäten vor Ort umgehen", begründete Schmidt die Einrichtung der markierten Zonen.

Opposition reagiert empört

120090216.jpg

Der Fraktionschef der Berliner CDU Dregger, hier im Görlitzer Park, kritisiert die Einrichtung der Drogenzonen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus reagierte mit harscher Kritik auf die Entscheidung. Die Standflächen-Zuweisung für Drogendealer sei eine Einladung zum Rechtsbruch, teilte der CDU-Fraktionsvorsitzende Burkard Dregger mit. Demnach unterstütze das Bezirksamt "den Drogenhandel der organisierten Kriminalität. Es macht sich zu dessen Handlanger." Der FDP-Innenexperte Marcel Luthe bezeichnete die Einrichtung der Zonen im RBB als "Farce".

Einen Parkmanager im Görlitzer Park gibt es seit 2016, dazu sind sogenannte Parkläufer unterwegs. Deren Aufgabe ist es, den durch offenen Drogenhandel in Verruf geratenen Park wieder attraktiver für Anwohner zu machen. Die langgezogene Grünfläche liegt in der Nähe von Ausgeh- und Partymeilen, die auch bei Touristen beliebt sind.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa

Mehr zum Thema