Panorama

Attacke auf ZDF-Kamerateam Polizei: Angreifer sind aus linkem Spektrum

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Das Kamera-Team der "Heute Show" filmte bei einer Demonstration - danach wurden sie in einer Seitenstraße angegriffen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Am 1. Mai greift eine Gruppe von Männern nahe dem Berliner Alexanderplatz ein ZDF-Kamerateam an. Schnell werden sechs Verdächtige festgenommen und wieder freigelassen. Nun gelangen erste Insider-Informationen zu diesen Personen an die Öffentlichkeit.

Das Berliner Landeskriminalamt (LKA) verortet die Menschen, die ein ZDF-Kamerateam in Berlin angegriffen haben, nach bisherigen Erkenntnissen im linken Spektrum. Das Motiv für den Angriff ist jedoch weiterhin nicht bekannt. Die Untersuchung führt der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz des LKA.

Das siebenköpfige ZDF-Team der Satiresendung "Heute-Show" hatte am Freitag bei einer Demonstration gegen die Corona-Regeln gefilmt, an der auch Rechtspopulisten und Anhänger von Verschwörungstheorien teilnahmen. Als das Team die Demonstration bereits verlassen hatte, wurde es in einer Seitenstraße nahe dem Alexanderplatz von mindestens 15 Menschen angegriffen. Die Täter sollen dabei auch eine Metallstange oder Ähnliches benutzt haben. Der Redakteur, der Kameramann und der Kameraassistent sowie drei private Wachleute wurden verletzt und im Krankenhaus behandelt. Der Satiriker Abdelkarim blieb unverletzt.

Die Bundesregierung verurteilte die Tat. "Wer Journalisten angreift, bedroht, verletzt, der steht weit außerhalb unserer demokratischen Ordnung und der muss uns alle gegen sich haben", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Wir sehen seit Längerem, dass Extremisten aller Richtungen die Pressefreiheit, eines unserer wichtigsten Grundrechte, buchstäblich mit Füßen treten." Es sei traurig, dass die Begleitung durch Sicherheitsleute für Journalisten bei vielen Demonstrationen inzwischen obligatorisch sei. Laut Polizei flohen die Täter nach Aussagen von Zeugen mit Fahrrädern und einem Auto.

Bundespolizisten, die in der Nähe waren, leiteten sofort eine Fahndung ein. Das Auto und auch Insassen wurden später von der Polizei gefunden. Noch am Freitag nahm die Polizei sechs Verdächtige fest. Laut der "Berliner Morgenpost" waren es vier Männer im Alter von 24, 25 und 31 Jahren sowie zwei Frauen im Alter von 25 und 27 Jahren. Am Samstag wurden sie wieder freigelassen. Mindestens zwei von ihnen stehen weiter unter Verdacht. Bei vier Menschen habe sich der Verdacht nicht erhärten lassen, so die Staatsanwaltschaft.

War einer der Angreifer als "Gewalttäter" bekannt?

Der Sprecher der Berliner Ermittlungsbehörde, Martin Steltner, hatte am Wochenende gesagt: "Für die Einschätzung: Es ist so, dass die Personen, die festgestellt wurden, dem linken Spektrum zuzurechnen sind, nach unseren Erkenntnissen." Dies sei alles Gegenstand der Ermittlungen. Zu drei der sechs zunächst festgenommenen Menschen lagen nach Polizeiangaben vom Wochenende "Erkenntnisse im Bereich der politisch motivierten Kriminalität links" vor. Aus Sicherheitskreisen hieß es, eine der polizeilich bekannten Personen sei seit 2015 als "Gewalttäter" aus dem linken Spektrum bekannt. Von den sechs Menschen leben nach dpa-Informationen vier in Berlin, zwei haben ihren Wohnsitz in Baden-Württemberg.

Abdelkarim wollte sich am Montag nicht weiter zu dem Überfall äußern, wie eine Sprecherin sagte. Am Samstag sprach er über Twitter von den Angreifern als "einer sehr aggressiven Gruppe". Er schrieb: "Nach Einschätzung eines Sicherheitsmannes hatten wir Glück im Unglück. Das Ganze hätte auch viel tragischer enden können. Ich hatte von allen das größte Glück und mir geht es gut."

Quelle: ntv.de, agr/dpa