Panorama

Bar seit 2019 ohne KontrollenPolizei vernimmt Feuerwehrchef von Crans-Montana

16.02.2026, 23:13 Uhr
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David Vocat muss sich derzeit unangenehmen Fragen zum Brandschutz in Crans-Montana stellen. (Foto: AFP)

In der Silvesternacht wird die Bar "Le Constellation" für mehr als 40 Menschen zur Todesfalle. In dem Lokal sind seit 2019 die Brandschutzkontrollen ausgefallen. Nun muss der Feuerwehrchef von Crans-Montana der Polizei die Gründe erklären.

Nach der Brandkatastrophe in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana mit mehr als 40 Toten ist der Feuerwehrchef der Gemeinde, David Vocat, von der Polizei als Zeuge vernommen worden. Journalisten konnten Vocat durch die Scheiben der Eingangstür der Polizeistation in Sitten im Kanton Wallis sehen. Der Feuerwehrchef hatte das Gebäude durch die Hintertür betreten. In der Bar "Le Constellation" waren in der Silvesternacht 41 zumeist junge Menschen bei einem Brand im Untergeschoss ums Leben gekommen. 115 weitere Menschen wurden verletzt, viele von ihnen erlitten schwerste Verbrennungen. Die Ermittler vermuten, dass die Brandkatastrophe durch an Flaschen befestigte Feuerwerksfontänen ausgelöst wurde, die der Decke zu nahe kamen.

Ermittlungen sollen nun Aufschluss über die genauen Umstände des Brandes geben und klären, ob die Eigentümer der Bar gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen haben. Die Gemeinde hatte bereits eingeräumt, dass seit 2019 keine Brandschutzkontrollen in der Bar stattgefunden hatten - obwohl diese jedes Jahr vorgeschrieben sind.

Die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung richten sich gegen die französischen Besitzer der Bar, Jacques und Jessica Moretti. Ermittelt wird auch gegen den Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde Crans-Montana und seinen Vorgänger. Mehrere Opferanwälte fordern weitere Untersuchungen zu möglichen Versäumnissen bei den Behörden.

Opferanwälte vermissen Kooperation mit Gemeinde

Feuerwehrchef Vocat war während der Sicherheits- und Brandschutzkontrolle in der Bar im Jahr 2018 anwesend, wie Schweizer Medien berichteten. Damals hatte der ehemalige Sicherheitsbeauftragte der Gemeinde demnach eine Liste mit Mängeln erstellt, die bei der Übernahme der Bar an das Betreiber-Ehepaar übergeben worden war.

Die Anhörung des Feuerwehrchefs wurde von den Opferanwälten mit Spannung erwartet, nachdem der Schweizer Fernsehsender SRF am Sonntag berichtet hatte, dass bereits bei einer internen Untersuchung im Jahr 2023 schwerwiegende Mängel beim Brandschutz der Gemeinde festgestellt worden seien.

Er sei überrascht, dass dieser Bericht erst anderthalb Monate nach dem Vorfall veröffentlicht werde, "obwohl die Gemeinde uns gesagt hatte, dass sie mit der Justiz zusammenarbeitet, um die Wahrheit herauszufinden", sagte der Anwalt Alain Viscolo. "Leider muss ich feststellen, dass dies nicht der Fall ist", fügte er hinzu.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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