Panorama

Verdacht der BestechlichkeitPolizist und Stadt-Mitarbeiter bei "Hells Angels"-Razzia im Visier

30.09.2026, 16:43 Uhr
00:00 / 02:15
image
Die Polizei führt einen Mann aus dem Umfeld der Hells Angels ab. (Foto: dpa)

Im Kampf gegen ein internationales Netzwerk von Geldwäschern nimmt die Polizei mehrere Personen fest. Im Fokus stehen auch Rocker der "Hells Angels". Dabei könnten ein Polizist und städtische Mitarbeiter vertrauliche Informationen weitergegeben haben.

Bei den Ermittlungen gegen "Hells Angels" sind in NRW auch ein Polizist und zwei städtische Mitarbeiter aus Duisburg ins Visier geraten. Gegen sie wird laut Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts ermittelt, dass sie dienstlich erlangte Informationen an Dritte weitergegeben haben. Der WDR hatte zuvor berichtet.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Duisburg sagte: "Wir können bestätigen, dass sich im Rahmen der Ermittlungen zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür ergeben haben, dass ein Polizeivollzugsbeamter und zwei städtische Mitarbeitende dienstlich erlangte Informationen an Dritte weitergegeben haben."

Zudem werde gegen einen weiteren städtischen Mitarbeiter aus Duisburg wegen des Verdachts der Bestechlichkeit "aufgrund der Annahme von Geldzahlungen für die Gewährung von Vorteilen" ermittelt.

Am Morgen hatten mehr als 1000 Polizisten gleichzeitig in mehreren Orten in NRW, Bayern, Baden-Württemberg, Berlin und Rheinland-Pfalz zugeschlagen. Durchsuchungen gab es auch in den Niederlanden, Belgien und Bulgarien. Laut den Ermittlern geht es um ein Geldwäsche-Netzwerk rund um Rocker der "Hells Angels". Federführend bei den Ermittlungen ist die Staatsanwaltschaft Duisburg. Das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität in NRW ist ebenfalls involviert. Es sollen auch Vermögenswerte beschlagnahmt werden.

Laut "Bild"-Zeitung laufen die Ermittlungen bereits seit mehr als vier Jahren. Ausgangspunkt war demnach eine spektakuläre Schießerei auf dem Hamborner Altmarkt im Mai 2022. Bei der Auseinandersetzung in dem Stadtteil von Duisburg mit mehr als 100 Beteiligten waren damals Rocker mit Mitgliedern einer türkisch-libanesischen Großfamilie aneinandergeraten.

Quelle: ntv.de, toh/dpa

DuisburgHells AngelsGeldwäscheRockerRazzia